Das Glück nach einer Phase des Suchens, des Verwirrtseins und des Nichtwissens

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch rastlose, unklare und undefinierbare Zeiten in seinem Leben kennt. Das sind die Phasen, in denen wir uns buchstäblich suchen, in denen wir nicht wissen, wohin es gehen soll, in denen wir manchmal nicht einmal wissen, was wir wollen, können, was wir uns wünschen oder welche Erwartungen wir an uns und an unser Leben haben. Es sind die Phasen, in denen wir versuchen, in uns hinein zu gehorchen, um festzustellen, was unsere Wünsche sind, was wir selbst von uns und unserem Leben erwarten.Ich glaube, dass wir an dieser Findungsphase wachsen. Und ich glaube, dass es solche Phasen im Leben immer wieder gibt und geben muss, damit wir uns „neu ordnen und orientieren“ können, damit wir unserem Inneren die Gelegenheit geben können, sich sozusagen zu artikulieren.

Wir überhören zu oft Warnsignale oder Wünsche, die uns unser Inneres sendet. Fragt ihr euch manchmal: Bin ich glücklich mit meinem Leben, so wie es ist? Wer bin ich eigentlich – und wer will ich sein? Wie will ich sein? Wohin soll mein Lebensweg mich führen? Was kann ich selbst beeinflussen, in die Hand nehmen, steuern? Was ist höhere Gewalt? Und wo in diesem ganzen Gefüge bin ich mit meinen Träumen, Wünschen, Sehnsüchten? Bin ich auf dem richtigen Weg, den ich gehe? Oder empfinde ich meinen jetzigen Standort als Kreuzung und weiss nicht, in welche Richtung ich gehen soll? Oder fühle ich mich wie in einer Sackgasse und weiss nicht, wie ich da rausfinde? Ich bin sicher, dass sich jeder früher oder später diese Fragen stellt. Sie müssen auch gar nicht das ganze Leben betreffen. Oft betreffen diese „Standortbestimmungen“ einen Aspekt des Lebens: Die Partnerschaft oder die Arbeit, die Aus- oder Weiterbildung, den Wohnort usw.

Die gute Nachricht ist: Es lohnt sich, sich mit sich auseinander zu setzen. Wie könnten wir sonst unsere Wünsche – und ich meine natürlich nicht die materieller Art – erfüllen oder uns zumindest auf diesen Weg begeben, wenn wir nicht in uns hineinhorchen, wenn wir uns nicht mit uns selbst auseinandersetzen würden?

Es geht schon. Klar geht es. Aber wollt ihr irgendwann alt sein und euch eingestehen, dass ihr euer Leben einfach dahingelebt habt? Klar, ihr sagt jetzt: Es wartet eine anständige Rente auf mich, ich habe mir ein Eigenheim gekauft, das ich vererben werde, ich habe Kinder (!) – ist das nicht Lebenssinn genug erfüllt? Mag sein. Aber vielleicht eben auch nicht. Auch ich denke, dass Kinder zum Sinn des menschlichen Daseins beitragen. Aber wir werden derart zu Individuen erzogen, dass wir uns dem Individuum-Sein gar nicht entziehen können. Wollt ihr irgendwann denken: Eigentlich hätte ich gerne dieses oder jenes gemacht, diese eine bestimmte Reise, gerne hätte ich geheiratet, gerne hätte ich mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht – das mit der Zeit ist übrigens jener Aspekt des Lebens, den Sterbende am meisten bereuen! Dass sie sich nicht genug Zeit für sich selbst, für ihre Träume und Wünsche, für ihre Hobbies oder für ihre Liebsten genommen haben. Wer will das schon? Wer will sich irgendwann einmal eingestehen: Ich habe zu viel gearbeitet! Ich hätte lieber mal Ruhephasen eingelegt, ich wäre lieber an jede Gesangsdarbietung meiner Tochter gegangen, wenn ich nur nicht immer so im Geschäft eingebunden gewesen wäre?

Ich glaube, jetzt ist es genau der richtige Zeitpunkt dafür. In jungen Jahren sind wir viel zu sehr mit Ausbildung und Studium beschäftigt, dass wir einfach ein Ziel vor Augen haben, welches wir erreichen wollen – am besten so erfolgreich und schnell wie möglich. Dann arbeiten wir einige Zeit, leisten uns dieses und jenes, weil wir es endlich können. Aber dann kommt die Leere. Und diese Leere ist etwas Gutes! Sie zwingt uns förmlich, uns mit uns selbst auseinander zu setzen. Tun wir das! Was wünscht ihr euch vom Leben? Welche Träume habt ihr? Welche Ziele? Was wollt ihr unbedingt einmal machen – und zwar, bevor ihr alt und gebrechlich seid? Tut es jetzt!

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