Wenn Frauen im Alter unserer Mütter uns das Arbeitsleben schwer machen…

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mich (leider) seit Jahren beschäftigt und begleitet. Ich habe mittlerweile erfahren, dass nicht nur ich „betroffen“ bin, sondern dass es vielen Frauen um die Dreissig oder jünger ähnlich geht. Ich würde sagen, dass es zwei Arten von Frauen ab 45 gibt: Die, mit denen man sich hervorragend versteht und die, die uns grundlos Böses wollen.

Zur ersten Gruppe: Das sind Frauen, die uns junge, ins Arbeitsleben startende Frauen mit offenen Armen empfangen, uns begleiten und uns unterstützend zur Seite stehen. Oft sind das Frauen, die wir bewundern; für ihren Lebensstil, ihr Privatleben, ihre Karriere, ihr Aussehen oder was auch immer (oder eine Kombination davon). Das sind die Frauen, über die wir denken: Ich hoffe, dass ich eines Tages in diesem Alter auch so glücklich, attraktiv oder schlagfertig sein oder auch so ein gutes Verhältnis mit meinen Kindern haben werde. Wir hoffen, dass wir die eine oder andere verrückte Lebenserfahrung ebenfalls machen werden oder das eine oder andere, was diese Frauen erlebt haben, ebenfalls zu unseren Erfahrungen zählen dürfen. Das sind oft auch Frauen, die uns in schwierigen Situationen am Arbeitsplatz in den Arm nehmen können, bei denen wir auch mal weinen können und uns aufgehoben fühlen. Das sind die Frauen, die man um Rat bittet, weil man sie schätzt, achtet und respektiert – für das, was sie sind.

Und dann gibt es die (vermutlich überwiegende) Art von Frauen, die uns grundlos hassen, beneiden, uns Steine in den Weg legen, das Leben schwer machen, verleumden, die vorgeben, uns zu verachten (oder es tatsächlich tun); die alles schlecht machen, was wir sagen oder tun, die uns unprofessionell erscheinen lassen wollen. Für diese Frauen ist alles schlecht an uns: Die Art, wie wir uns kleiden; wie wir mit männlichen Arbeitskollegen reden und von ihnen geschätzt werden, wie wir arbeiten (besser als sie), wie wir reden, laufen, atmen.

Und was denke ich über diese Frauen? Ich denke: So will ich nie werden! Ich will nie so aussehen, so böse sein, so unglücklich und frustriert mit mir und meinem Leben sein! Ich will niemals so böse zu jüngeren (oder auch älteren) Kolleginnen sein. Ich finde ja, dass Frauen zusammenhalten sollten – und zwar immer und überall. Ich finde, dass Frauen auf dem Arbeitsplatz aufeinander achten und einander bestärken sollten. Schliesslich haben wir es gemeinhin genug schwer, uns gegen Arbeitskollegen, die nicht wegen Schwanger- und Mutterschaft ausfallen können, durchzusetzen. Es ist schon genug schwer, alles unter einen Hut zu bringen. Darum finde ich, dass Frauen, gerade ältere Frauen, die diesen Weg bereits beschritten haben, jüngere Frauen dabei unterstützen sollten. Vielleicht wurden sie selbst nie unterstützt, nie an der Hand genommen, nie eingeführt. Aber das heisst doch nicht, dass sie es nicht besser machen können als ihre früheren Kolleginnen! Nur weil jemand böse zu mir war, muss ich doch nicht diese Bosheit kanalisieren und sie weitergeben! Ich kann es doch besser machen – zum Wohle aller!

Ich meine, ganz ehrlich: Was haben denn diese Frauen davon, wenn sie uns das Leben schwer machen? Was haben sie von bösen Kommentaren? Eigentlich schaden sie in erster Linie sich selbst (und in zweiter eben leider auch uns). Sie zeigen Schwäche und geben eigentlich zu, dass Neid ihr grösster Antrieb ist. Wir sind jung, attraktiv, wir stehen am Anfang unserer Karriere, wir können alles besser machen als sie – einfach, weil die Zeit für uns spricht. Wir haben Zeit, alles zu erreichen, und sie haben diese Zeit nicht mehr. Sie sind, wo sie sind, grössere Sprünge liegen da nicht mehr drin. Sie sind unglücklich verheiratet oder haben keine Kinder. Wir können das alles noch besser machen! Und das ist dieser Neid. Zudem sind wir jung – und ganz ehrlich: Solange wir jung sind, stehen uns alle Türen offen! Wir können Weiterbildungen machen, die wesentlich zu unserer Karriere beitragen können, wir können problemlos unsere Arbeitsstelle wechseln, wir können uns mit jemandem liieren, der es wert ist, mit ihm das Leben zu verbringen, wir haben zumindest die Chance, gute Mütter zu werden und erfolgreiche Karrieren hinzulegen. Die Zeit spielt eine günstige Melodie für uns.

Und dann denke ich: Was kann ich eigentlich dafür, dass ihr es versaut habt? Bin ich schuld, dass ihr mit einem Vollidioten verheiratet seid und nicht den Mut habt, euer Leben umzukrempeln? Bin ich schuld, dass ihr nie Kinder bekommen habt? Bin ich schuld, dass ihr fett und hässlich werdet? Bin ich denn an allem Elend Schuld, das euch betrifft? Bin ich schuld, dass euch die Männer nicht mehr beachten? Bin ich schuld daran, dass ihr lethargisch seid und euer grösstes Ziel darin besteht, die anstehenden fünfzehn Jahre auf der Arbeit mit eurem viel höheren Lohn einigermassen gut zu überstehen? Bin ich denn schuld, dass ihr keine Träume mehr habt? Dass ihr in dem erstarrt, was ihr habt oder eben nicht habt? Bin ich schuld daran, dass ihr frustriert seid und unglücklich? Nein! Nein! Nein! Ich bin ganz bestimmt nicht daran schuld. Wir sind nicht daran schuld. Wir haben nichts gemacht, dass ihr an diesem Punkt angelangt seid. Wir sind nicht einmal schuld daran, dass ihr diese Einsicht wegen uns habt. Nur weil wir jung, attraktiv und erfolgreich sind, nur, weil das Leben vor uns steht, sind wir doch nicht daran schuld, dass ihr es verpasst habt, euer Leben zu leben und es so hinzukriegen, dass ihr glücklich seid.

Ein letztes Wort zu den Männern: Mit ihnen gibt es diese Probleme nicht. Ältere Männer sind in der Regel immer auf unserer Seite – vielleicht auch ein Grund, weshalb es die älteren Frauen nicht sind.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s