Wer sagt uns eigentlich danke?

Im Allgemeinen sind wir stets bemüht, unsere Arbeit so gut wie möglich auszuführen. Wir sind bestrebt, die uns aufgetragenen Aufgaben mit viel Hingabe verantwortungsvoll und rechtzeitig zu erledigen, verbessern uns ständig, bilden uns weiter, erweitern unseren Horizont. Wenn es nötig ist, bleiben wir auch mal länger im Büro und nehmen in Kauf, dass wir spät nach Hause kommen. Wir vernachlässigen unser Privatleben und uns selbst, damit die Arbeit nicht auf der Strecke bleibt. Wir sind bemüht, immer freundlich und gut gelaunt zu sein, unsere Arbeit gewissenhaft und tadellos auszuführen, uns nicht zu beschweren – dankbar zu sein.

Tagtäglich quälen wir uns morgens viel zu früh aus dem Bett, obwohl wir eigentlich nicht genug geschlafen haben, um die ersten im Büro zu sein, um unsere Motivation zu zeigen, präsent zu sein. Das mitgebrachte Mittagessen schlingen wir in maximal einer halben Stunde runter und bevor wir überhaupt von der Verdauung müde werden können, sitzen wir schon wieder mit einer Tasse Kaffee vor dem Computer und starren auf den Bildschirm. Ständig schneien neue wichtige und dringende To do’s rein, wir kalkulieren, was wann unbedingt erledigt werden muss, planen unseren Nachmittag ein und dann merken wir, dass der Berg voller Arbeit noch lange nicht erzwungen ist. Das machen wir fünf Tage die Woche, tagein, tagaus, monatelang, jahrelang – unser ganzes Leben lang. Wir kommen abends frustriert und hundemüde nach Hause, schaffen es kaum, noch Sport zu machen, geschweige denn etwas zu kochen oder den Haushalt auf Trab zu halten. Am Wochenende holen wir endlich den langersehnten Schlaf nach, erledigen den Haushalt, gehen einkaufen, kochen, machen Sport, treffen uns mit Familie und Freunden usw. Bis es dann montags wieder losgeht. Das machen wir unser ganzes Leben lang. Wofür aber? Glaubt ihr, dass euch irgendjemand irgendwann „danke“ sagen wird? Danke, dass du dein Privatleben vernachlässigt, deine Beziehungen auf ein Minimum begrenzt, dich vergessen hast für die Arbeit? Danke, dass du für die Arbeit auf deinen Schlaf, auf gesunde und regelmässige Nahrungsaufnahme verzichtet hast? Danke, dass du das 30 oder 40 Jahre lang gemacht hast? Das Jüngste Gericht vielleicht? Nein. Darauf könnt ihr lange warten, das kann ich euch leider aus eigener Erfahrung sagen.

Wenn man erst einmal signalisiert, dass man sich von der Arbeitsstelle verabschieden wird, ist man niemand mehr. Man ist nichts mehr wert. Kein Dankeschön. Nichts. Kein: „Du warst unser bestes Pferd im Stall!“ Gut, ich gebe zu, dass es auch anders sein kann – es gibt die Vorgesetzten, die das alles zu schätzen wissen – oder noch besser: Die dich ermahnen, an dich zu denken. Aber das sind leider Einzelfälle. Ich war wohl kein Einzelfall. Auf ein danke kann man ewig warten – es wird nie kommen. Darum wäre es wohl schlauer, zu akzeptieren, dass das Leben nicht aus Arbeit besteht. Arbeit ist notwendig, damit wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Arbeit ist auch notwendig für unser Selbstwertgefühl – gebraucht zu werden (selbst wenn das nie einer sagen würde) und gut in dem zu sein, was man tut, braucht der Mensch für sein seelisches Wohlbefinden. Aber Arbeit ist nicht alles. Und seien wir mal ehrlich: Ein danke ist in unserem privaten Umfeld viel wahrscheinlicher! Also investiert in euer Privatleben und führt die Arbeit erfolgreich nebenbei!

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