Teilzeitarbeit als persönliches und familiäres Glück

Immer wieder stosse ich in den Medien auf ein Loblied der Teilzeitarbeit. So heisst es zum Beispiel, Niederländer seien die glücklicheren Menschen. Die Korrelation mit der Tatsache, dass gerade in den Niederlanden mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen Teilzeit arbeitet, ist vermutlich mitverantwortlich. Mehr als ein Viertel der Männer und weit über drei Viertel der Frauen arbeiten dort weniger als 36 Stunden pro Woche. (Vgl. http://www.huffingtonpost.de/2015/05/18/geheimnis-niederlaender-gluecklichste-menschen_n_7306962.html) Was für ein Segen! Nun gut, dann gibt es meiner Meinung nach noch viele andere Gründe, weshalb die Niederlande gesegnet ist: Ich weiss nicht, ob ich jemals ein offeneres (und ich meine ehrlich offen und nicht nur als Farce) Volk gesehen habe. Die Menschen sind Fremden gegenüber aufgeschlossen; haben erkannt, dass Vielfalt und Heterogenität dazu beitragen, dass die gesamte Gesellschaft davon profitiert; es gibt ein immenses Angebot an Kunst und Kultur; sie fahren, wenn möglich, Velo, was natürlich auf lange Zeit gesehen ein gesundheitlicher Gewinn ist. Sie haben meiner Meinung nach ein tolles Bildungssystem (ich würde sagen, dass neben den Schweden die Niederländer die besten Englischkenntnisse vorzuweisen haben) – und ein ziemlich effizientes und menschliches Asylwesen. Last but not least muss erwähnt werden, dass die Holländer, wie wir sie hier fälschlicherweise bezeichnen, gegenüber Minderheiten extrem offen sind. Wäre ich ein homosexueller Mann, würde ich vermutlich in die Niederlande ziehen. Wäre ich Flüchtling auch. So weit mein Lobgesang auf eines meiner Lieblingsländer und Lieblingsvölker.

Ausserdem stiess ich bezüglich der Erwerbstätigkeit auf einen weiteren Artikel – darin heisst es, Kinder erwerbstätiger Mütter hätten grundsätzlich die besseren Karten: Diese Kinder sind selbständiger, seltener verhaltensauffällig und haben später bessere Jobs als Kinder von Vollzeitmüttern (Vgl. http://www.huffingtonpost.de/2015/05/18/5-staerken-von-kindern-arbeitender-mutter_n_7303550.html?1431944811). Na, wenn das zusammengenommen nicht Grund genug ist, den Arbeitswahnsinn Vollzeit zu überdenken, den erwerbstätigen Frauen wie Männern zu ermöglichen, ihre Karriereziele auch Teilzeit zu verfolgen und damit glücklich zu sein! Seien wir doch ehrlich: Wir sind doch dann die besten Arbeitnehmer, wenn wir nicht unser ganzes Leben auf der Arbeit verbringen müssen; wenn wir motiviert sind, wenn wir für unsere Privatangelegenheiten genügend Zeit haben und nicht ständig unter Stress und Druck stehen!

So viel dazu. Ich wünsche euch eine glückliche Woche.

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Ein Gedanke zu “Teilzeitarbeit als persönliches und familiäres Glück

  1. Elissar schreibt:

    Genau aus dem Grund arbeite ich Teilzeit – wozu sich so stressen, das Leben ist wirklich zu kurz dafür. Und seitdem ich nicht mehr Vollzeit arbeite, geht es mir um einiges besser.

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