Paris, Freitag, der 13. (November 2015)

Paris wurde letzte Nacht von mehreren Anschlägen erschüttert. Ich habe davon gestern Abend im Bett erfahren, als ich noch einen letzten Blick auf Facebook warf. So viel geht mir dabei durch den Kopf; auch Gedanken, für die ich mich – moralisch gesehen – fast etwas schämen möchte. Dazu aber später. Und auch Gedanken, die man nicht öffentlich publizieren darf.

Dass die Anschläge ein Angriff auf den Westen sind und uns alle betreffen; in gewisser Weise ein Angriff gegen uns alle ist, ist, so meine ich, unbestritten. Meine Freunde, die Verwandte in Paris haben, bestätigten mir, dass alle wohlauf seien. Es sei, soweit bekannt, niemandem etwas zugestossen. Doch der Schock sitzt tief – uns allen in den Knochen. Wir wissen spätestens jetzt, dass jederzeit überall etwas geschehen kann. Es ist alles möglich und nichts ausgeschlossen. Das schürt Angst – Angst in Menschen, die nichts mit Politik und Rassismus, die nichts mit Religionen am Hut haben. Die Anschläge eröffnen Welten von Fragen, die uns nicht klar sind und ich zweifle, dass wir jemals die komplexen Zusammenhänge verstehen werden.

Paris wird angegriffen und wir leiden alle mit. Paris ist von meinem Zuhause gute 5 Stunden Zugfahrt entfernt. Paris läge in einem anderen Land, z.B. in Russland, quasi um die Ecke. Womit ich zu meinem nächsten Punkt komme: Was da auf Facebook passiert, ist rührend (die Anteilnahme) und es ist unglaublich, wie schnell sich Nachrichten heutzutage verbreiten. Sogar Barack Obama hat seine Anteilnahme ausgesprochen und auf Facebook gepostet:

Wieder ein Grund, die Anschläge als Angriff auf uns alle zu verstehen. Ich finde es – trotz aller Tragik und Demagogie – auch rührend, wie sehr wir mitleiden.

Ich frage mich nur gerade, wer hat, als am 31. Oktober 2015 die russische Maschine von Radar verschwand und – gemäss offiziellen Angaben zumindest – angegriffen und danach später in Teilen auf ägyptischem Boden gefunden wurde, sein Profilbild geändert zu: I pray for Russia! Ich frage  mich, ob Anteilnahme etwas mit Sympathie zu tun hat? Sind wir empathischer, wenn ein Nachbarland angegriffen wird; eine Stadt, eine Hauptstadt, in der wir mehrmals waren? 224 Passagiere, darunter unzählige Kinder, kamen beim Flugzeugangriff ums Leben. 129 Menschen starben in Paris, mehrere Hundert wurden verletzt. Nicht, dass ich jetzt vergleichen wollte. Beide Angriffe sind unbeschreiblich tragisch. Ich möchte nur in Erinnerung rufen, dass jedes Menschenleben gleich viel wert ist. Es ist völlig egal, ob ein Russe, ein Franzose, ein Deutscher oder ein Syrer bei einem Anschlag getötet wird. Es ist zum Heulen – in jedem Fall.

In diesem Sinne: I pray for worldwide peace! 

(Quelle Beitragsbild: http://www.2015hashtag.com/wordpress/?p=41)

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2 Gedanken zu “Paris, Freitag, der 13. (November 2015)

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