Bleib so, wie du bist! Oder?

Seit einiger Zeit ist ein Lied in den Charts, das ich eigentlich sehr schön finde. Die Melodie gefällt mir, irgendwie gefällt mir auch der Text. Das Lied heisst aber „(Bleib) so, wie du bist“:

Es heisst im Refrain: „Lass die andern sich verändern und bleib so, wie du bist“. Nun ja, das gibt mir irgendwie zu denken. Klar, ist es schön, wenn einem jemand sagt, man solle so bleiben. Andererseits denke ich: Zum Glück bin ich nicht so wie vor einem Jahr oder vor fünf Jahren. Dass man sich verändert, ist eine natürliche Sache. Sich positiv zu verändern und an sich zu arbeiten, ist aber mit etwas Aufwand verbunden. Das bedingt Selbstreflexion. Erinnern wir uns daran, dass Selbstreflexion gewisse, glücklichmachende Botenstoffe freisetzt. Selbstreflexion ist also nicht nur das Mittel, sich selbst dessen bewusst zu werden, was ist und wie man nicht sein will. Gleichzeitig tut uns Selbstreflexion gut. Andere Menschen – unser Umfeld – sehen wieder andere Dinge in uns; Dinge, die uns selbst oft gar nicht bewusst sind, nicht einmal, wenn wir immer wieder über uns und unsere Reaktionen in gewissen Situationen nachdenken.

Ich finde die Botschaft in diesem Lied somit etwas fehlgeleitet. Eigentlich müsste es doch heissen: Arbeite an deinem Selbst und werde das beste, was in dir und aus dir möglich ist! Sich zu verändern, an sich zu arbeiten und das Beste aus sich herauszuholen, halte ich für eine der wichtigsten Aufgaben des Menschen. Wenn wir uns an meine persönliche Bibel (Gut und Böse – warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind) erinnern, dann wissen wir, dass wir nur das Beste sein können, was für uns individuell möglich ist. Aber das sollten wir dann sein.

Wenn wir schon bei der Selbstreflexion sind, hier einiges, was ich gerne an mir verändern oder verbessern möchte:

  • Ich wäre gerne toleranter gewissen politischen Meinungen gegenüber. Auch wenn ich mir das immer wieder vornehme, Menschen nicht zu verurteilen, weil sie politisch „verkehrt“ ticken, gelingt mir das nur schwer. Mittlerweile kann ich wenigstens auf die Lippen beissen, wenn ich am liebsten schimpfen würde (und im Inneren tue ich das dann auch).
  • Ich wäre gerne eine Frühaufsteherin, die die Welt schon frühmorgens erobert. Das gelingt mir auch nicht. Manchmal geht es zwar etwas besser, aber in der Regel beginnt mein „biologischer“ Tagesanfang nicht vor 9 Uhr.
  • Ich würde gerne die Dinge schneller anpacken, als davon zu träumen. Und es nervt mich, dass ich immer tausend Baustellen habe, die ich angehen möchte und schlussendlich komme ich nur schwer voran.

So viel zu mir. Wie sieht es bei euch aus?

(Quelle Beitragsbild: http://business24.ch/2014/06/02/schon-mal-in-den-spiegel-geschaut-selbstreflexion-als-instrument-zur-steigerung-der-produktivitaet/)

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