Ein bisschen Wehmut und ein persönlicher Jahresrückblick

Ich fragte mich eben: Was ist es eigentlich, was uns glücklich macht, was uns antreibt? Ich glaube, es sind die vielen Kleinigkeiten im Leben. Wenn ich auf mein Jahr 2015 zurückblicke, gab es neben vielen schlechten Ereignissen und negativen Momenten auch so viele, die mir fehlen würden, hätte es sie nie gegeben.

Zum einen war da der neue Job (also genau genommen zwei neue, parallel verlaufende Jobs), dann ein längerer Aufenthalt in Irland (wie ihr gelesen habt), dann Ferien in England und auf dem Balkan, viele Male war ich dieses Jahr in Belgrad, neben London meiner Lieblingsstadt ausserhalb der Schweiz, ein Mal in Wien, dann in Nürnberg. Schöne Reisen. Ach, wie ich Reisen liebe. Ihr dürft euch schon auf den Frühling freuen – da gibt’s dann eine neue Rubrik. Ich reise da nämlich nach Afrika – mehr wird noch nicht verraten. Reisen gibt mir so viel. Es tut mir so gut, in einer anderen, mir ungewohnten Umgebung zu sein, ich liebe es, Unbekanntes zu entdecken, mich kulinarisch neuen Welten hinzugeben (leider habe ich dieses Jahr auch etwas an Gewicht zugelegt, die paar Kilos müssen dann als Neujahresvorsatz unbedingt wegtrainiert werden).

Dieses Jahr habe ich endlich – nach jahrelangem Überlegen – meinen Blog gestartet. Das war im Januar. Der Blog ist erfolgreicher, als erwartet. Ich habe so viele Leser aus der ganzen Welt und ganz ehrlich, ich frage mich, wer ihr alle seid. So gerne wüsste ich es.

Ich habe dieses Jahr so viel gelöst und ich beende dieses Jahr noch mit einer offenen Rechnung, wenn man so will. Eine Sache bleibt noch offen und wird sich anfangs des nächsten Jahres klären. Hoffen wir auf eine Klärung in meinem Sinne. Eigentlich sind noch zwei Sachen offen. Aber beide sind meine Geheimnisse.

Es gibt auch ein paar Menschen, die ich dieses Jahr kennen gelernt habe und die mir in dem Moment oder den Momenten, in denen sie in meinem Leben waren (und teilweise noch sind), sehr viel gegeben haben – sei es an Glücksgefühlen, wahnsinnig guten Gesprächen, tiefgründigen Diskussionen oder einzigartigen Erlebnissen. Und eine Begegnung war von Gott gewollt. Anders kann ich es nicht sagen. Die meisten von diesen neuen, bedeutenden Menschen im Jahr 2015 waren Kurzzeitgefährten. Manche wohnen weit weg, andere können nicht über ihren Schatten springen. Manche werde ich wieder sehen, andere vielleicht nie mehr. So ist das Leben. Und so ist es schön, denn alles hat seine Zeit und jede Zeit ist von bestimmten Konstellationen geprägt. Und jede ist einzigartig. Auch wenn wir manchmal hie und da wehmütig sind, uns an Orte sehnen oder Menschen vermissen, wissen wir, dass der Ort, an dem wir gerade sind und die Menschen, die uns gerade umgeben und mit denen wir den Weg gehen, genau richtig sind für den Moment. Ich weiss, ich schreibe manchmal in Rätseln. Aber denkt darüber nach.

Liebe und Leid, Glück und Unglück liegen auch so nah beieinander. Deshalb gilt es zu erwähnen, dass dieses Jahr zwei Menschen verstorben sind, die ich unbeschreiblich hoch geschätzt habe und an die ich jeden Tag denke. Es fällt mir immer wieder schwer, den Tod als Teil unserer Leben zu akzeptieren, obwohl wir uns schon mehrmals begegnet sind in meinem Leben. Und dennoch, wenn jemand stirbt, ist es schmerzhaft für die, die noch leben.

In diesem Zusammenhang habe ich einen besonders emotionalen Moment in meinem Leben erlebt, den ich wohl auch nie vergessen werde. Wir waren zu zweit im Theater. Ohne es zu wissen, glich der Protagonist im Stück so sehr in Art und Aussehen einer dieser zwei Personen, die ich dieses Jahr verloren habe. Ich hatte schon während des Theaterstücks immer wieder Tränen in den Augen. Ich fragte mich: Wie kommt es, dass wir – ich und meine Begleitung, die auch in Verbindung mit der toten Person stand – uns unwissentlich ausgerechnet dieses Theaterstück aussuchen? Wie kann das sein? Und am Ende war der Höhepunkt: Nachdem das Publikum geklatscht hatte und wir beide schon Tränen vergossen hatten, setzten wir uns auf die Sessel zurück, umarmten uns und fingen so richtig an zu heulen. Wir weinten ganz alleine in diesem Theatersaal und es war so wahnsinnig befreiend. Und wunderschön. Ja, in gewisser Weise war es wunderschön und vielleicht war es der Moment in diesem Jahr.

Ein bisschen Wehmut darf sein. Und auch Gefühle. Ohne Gefühle ist das Leben fad. Ihr kennt mich ja: Heulen, Wehmut und Sehnsucht sind gewissermassen mein Lebenselixier. In diesem Sinne: Ich wünsche euch frohe Weihnachten und ein wunderschönes, lebhaftes, lebendiges, emotionales und von Glücksmomenten durchflutetes 2016!

(Quelle Beitragsbild: http://www.kleine-traeumerin.de/gastgedichte.htm)

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