Auf der ewigen Suche nach dem richtigen Weg…

Mal ehrlich: Wir tun das, was wir für richtig halten. Im Nachhinein stellt sich manchmal heraus, dass unser Handeln aber nicht richtig war, weil es negative Konsequenzen hatte; sei es für uns oder für andere. Aber manchmal bin ich so von etwas in mir getrieben, dass ich überzeugt bin, das Richtige zu tun. Nie würde ich etwas tun, im Wissen, dass ich jemand anderem schade.

Mein Credo ist ja: Wenn es sich richtig anfühlt, ist es in diesem Moment richtig. Deshalb sollte man nichts im Nachhinein bereuen, weil es sich nämlich in einem vergangenen Moment richtig angefühlt hat. Da wären wir bei den Gefühlen. Manchmal bin ich so sehr davon überzeugt, das Richtige zu tun, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, welche Konsequenzen mein Tun haben könnte. Es ist, als ob ich einen Vogel fliegen lassen würde, in der Annahme, er finde die Freiheit. Dass er aber genauso gut voller Enthusiasmus in ein Fenster fliegen und tot umfallen könnte, kommt mir gar nicht in den Sinn. Hellseherische Gaben besitze ich wohl nicht. Oder man könnte sagen: analytische?

Immer wieder finde ich mich vor dieser elenden Verzweigung: Nach rechts oder links? Was ist richtig und welche Konsequenzen hat die eine oder die andere Richtung? Und wenn ich in eine Richtung gegangen bin – überzeugt gegangen bin – frage ich mich dennoch: Ist dieser Weg der richtige für mich? Und manchmal hat nur die eine Richtung eine Konsequenz und ich will es wissen – ich will wissen, was passiert, wenn ich genau diesen Weg nehme! Und manchmal ist mir egal, welche Konsequenzen es hat, weil ich einfach diesen Weg gehen muss – stets getrieben vom Kitzeln und der Neugier.

Der normale Mensch würde wohl den Weg des geringsten Widerstands nehmen. Nicht ich! Immer muss es die Hürde sein, immer muss es der längere Weg sein. Wie ich mich dafür geisseln könnte (und tu’ es, indem ich mir im Nachhinein ebendiese Gedanken mache). Aber die Neugier siegt immer. Ich finde wohl den Seiltanz spannender als die abgesperrte Klippe. Ich will über das Seil laufen ohne Sicherung. Und ich tu’ es und merke, dass ich trotzdem gesichert bin. Und ich tu’ es im Namen der Gerechtigkeit, der Menschlichkeit; weil ich glaube, ich könne das. Und ich kann es, auch wenn ich mit den Konsequenzen leben muss. Aber mal ehrlich: Jede Konsequenz ist da, um angenommen und verarbeitet zu werden.

Ich weiss, ich schreibe wieder in Rätseln. Aber vielleicht kennt ihr diese Situation in der einen oder anderen Form. Die Wege sind eben da, um beschritten zu werden. Und meistens sind die Hürde oder der Seiltanz eben viel spannender als der spiessige, gerade Weg. Denkt darüber nach. Auch wenn es manchmal verdammt viel Mut braucht. Es ist eben cooler.

(Quelle Beitragsbild: http://www.thinkstockphotos.de/image/stock-foto-shibuya-tokyo-japan/533959897)

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