Warum schreibst du einen Blog?

Ich werde immer wieder gefragt, weshalb ich einen Blog führe. Meine Antwort ist simpel: Weil ich Spass daran habe. Ich schreibe gerne über Dinge, die ich erlebe, weil ich sicher bin, dass auch andere Menschen ähnliche Erfahrungen machen. Noch häufiger aber werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ja viel von mir preisgebe. Nun, das sehe ich anders. Ich gebe nicht viel von mir preis, weil vieles, worüber ich schreibe, sich entweder anders oder gar nicht zugetragen hat. Viele Texte sind fiktiv und jene, die es nicht sind, sind nicht aktuell. Oder ich versuche, die Texte zu verallgemeinern, sodass sich im Idealfall niemand wiedererkennt. Wenn das aber der Fall sein sollte, dann ist es eben so. Damit kann ich ganz gut leben.

Ich könnte die Frage auch umkehren: Warum lest ihr meinen Blog? Einige von euch kennen mich und euch sind auch einige Situationen bekannt, von denen ich schreibe, weil wir uns darüber unterhalten haben. Die meisten von euch aber kenne ich nicht und das ist das Coole daran – dass ihr euch für meine Worte interessiert, obwohl ihr mich nicht kennt. Das liegt eben in der Natur des Blogs. Wir schnüffeln im Leben einer Person herum, die wir kennen oder auch nicht, weil wir neugierig sind und das ist auch in Ordnung.

Es kommt häufig vor, dass mich Leser persönlich auf einzelne Texte ansprechen. Meine Antwort ist: Mein Blog ist nicht mein Tagebuch. Lest meinen Blog nicht als Tagebuch, lest ihn als Inspiration – unabhängig von der Verfasserin. Wenn ihr euch von mir als Person lösen könnt und die Texte lediglich als solche wahrnehmt, dann macht die Lektüre wirklich Sinn. Ich weiss, dass viele Texte etwas Negatives an sich haben, dass ich mich darin aufrege oder versuche, die Welt zu verbessern. Warum ist das so? Weil Friede-Freude-Eierkuchen-Texte keinen interessieren. Klar könnte ich schreiben, wie glücklich ich in meiner Beziehung bin oder auf der Arbeit oder überhaupt, wie toll das Leben ist. Auch das hat seine Berechtigung, aber richtig interessant wird es eben erst, wenn meine Texte auch ein Stück Provokation sind oder wenn euch die Situationen bekannt vorkommen.

Darum schliesse ich mit Goethe ab:

Ursprünglich eignen Sinn, lass dir nicht rauben!

Woran die Menge glaubt, ist leicht zu glauben.

Natürlich mit Verstand sei du beflissen;

was der Gescheite weiss, ist schwer zu wissen.

(Quelle Beitragsbild: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/wiss/goethe/schnellkurs_goethe/k_3/handschrift_werther.jpg)

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