Cultural Clash: Wenn Liebe nicht sein darf (oder kann)…

Wer mich kennt, weiss, dass ich immer wieder predige, dass Menschen gleich sind. Egal, woher sie kommen, wie sie aussehen, denken, riechen; egal, was sie essen, fühlen, in welche Memplexe sie sich hineinzwingen. Der Mensch ist eben Mensch. Ein Lächeln bedeute immer Wohlwollen oder Freundlichkeit. Wobei Letzteres natürlich Schwachsinn ist. Das weiss ich mittlerweile auch. Leute aus gewissen Kulturen empfinden ein für uns freundliches Lächeln als Affront oder als Sexeinladung. Aber wenn ich Freundlichkeit ausstrahlen will, bleibt mir gemeinhin kein anderes Mittel, als jemanden anzulächeln. Und ich gehe davon aus, dass er es als solches versteht. Zumindest in unseren Breitengraden.

Viele Dinge verstehen wir nicht, ohne dass sie uns erklärt werden. Wir wissen nicht, dass es in manchen Kulturen unhöflich ist, zuzugeben, dass man etwas nicht verstanden hat. Stattdessen wird das Gesicht gewahrt und man stimmt allem zu, was das Gegenüber sagt. Sogar Fragen können beantwortet werden! Es ist in diesem Fall empfehlenswerter, jemandem eine falsche Information zu geben als gar keine. Ich frage mich dann immer, was diese Leute über uns denken. Denken sie, wenn wir sagen, wir hätten ihr Englisch nicht so gut verstanden, wir wären schlecht erzogen worden? Denken sie, dass wir uns wie Urmenschen ohne jegliche Ehrfurcht und ohne Respekt benehmen? Oder bemitleiden sie uns für unsere Dummheit? Für unser Nichtwissen, wie man sich in der Gesellschaft gibt? Ich weiss es leider nicht. Denn sie würden einem ohnehin niemals eine ehrliche Antwort geben.

Beziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft bzw. aus verschiedenen Kulturkreisen sind nicht einfach. Sie erfordern Bemühungen, Toleranz und Akzeptant. Vor allem aber erfordern sie eines: Liebe. Und zwar vielleicht etwas mehr Liebe als in „normalen“ Beziehungen. Es gibt Beziehungen, die heut zu Tage praktisch unmöglich geworden sind. Das wissen wir alle. Wenn sich zwei Menschen lieben, die sich nicht lieben dürfen, weil es die Gesellschaft und insbesondere die Familien nicht oder niemals akzeptieren, dann muss die Bindung ganz besonders stark sein. Trotzdem scheitern diese Beziehungen dann oft am Druck, der ausgeübt wird. Oder sie scheitern, weil die Werte, Erfahrungen und Erwartungen unterschiedlich sind. Sie scheitern, weil sich die Liebenden zu etwas bekennen wollen, was nicht sein und was deshalb auch nicht funktionieren kann.

Wir werden so erzogen, dass wir denken dürfen, was wir wollen und das in der Regel auch äussern dürfen und sollen. Erwünscht sind klare Verhältnisse, klare Aussagen, die wenig Raum für Interpretationen zulassen. Aber so einfach ist es meist eben nicht…

(Quelle Beitragsbild: http://www.christianitytoday.com/le/2015/february-online-only/culture-clash.html)

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