Und was machst du so (beruflich)? Oder: Wie viel Lohn macht glücklich?

Immer die gleiche Frage. Immer die gleiche Leier. Immer werden wir nach unserem Beruf und Abschluss kategorisiert. Beurteilt. Interpretiert. Eingestuft, eigereiht, schubladisiert.

Was Menschen beruflich tun, scheint in unserer Gesellschaft viel über sie auszusagen. Es gibt wohl keine andere Kategorie, die mehr über Menschen aussagt als der Beruf oder die Tätigkeit oder der Abschluss. Je nach dem Gegenüber kann der eine oder andere Beruf oder Abschluss als gut (bewundernswert) oder schlecht (bemitleidenswert) interpretiert werden. Ich bin ja auch nicht anders. Auch ich habe „vorgefertigte“ Stereotypisierungen in meinem Kopf. Ich weiss genau, was ich generell über Lehrer, Ärzte, Anwälte, Parlamentarier, Künstler oder sonst wen denke. Und ich weiss genau, dass meine Stereotypisierung – zum Glück – oft von der Realität abweicht.

Interessant ist, dass Menschen verschieden auf den Beruf, den man ausübt, reagieren. Einige finden ihn toll, andere bewundern einen dafür, dass man damit „zurecht“ kommt, andere denken sich: Schade, du könntest vermutlich viel mehr. Und schlussendlich läuft es immer auf das Gleiche hinaus: Auf den Lohn. Wie viel man verdient, sagt in unserer Gesellschaft viel über den Wert einer Arbeitskraft – und eigentlich noch viel schlimmer: über den Menschen – aus. Wer viel Geld macht, ist schlau, kann was, ist jemand. Und umgekehrt. Und wer auch noch viel Geld verdient und wenig dafür arbeitet, ist noch besser als der, der lediglich viel Geld verdient. So funktioniert unsere Gesellschaft. Monetär motiviert und getrieben von einem Geltungsdrang nach aussen. Natürlich wissen wir alle, dass Geld nicht alles ist. Und trotzdem schwimmen wir mit dem Strom: Immer mehr Verantwortung, immer mehr Lohn, immer mehr Qualifikationen und Kompetenzen.

Es gibt da so eine Zahl, die in psychologischen Studien eruiert wurde. Gemäss dieser Studie ist der Ideallohn 61’000 Euro bzw. 66’000 Franken. Monatlich wären das – bei 13 Monatslöhnen – gute 5000 Franken brutto. Das gibt dann wohl – Handgelenk mal Pi gerechnet – 4500 Franken im Monat netto. Ich bin mir nicht sicher, ob Menschen mit diesem Gehalt am glücklichsten und zufriedensten sind. Aber gut. Wichtig ist vielmehr: Das Glück und die Zufriedenheit wachsen nicht linear mit steigendem Lohn. Das würde ich sogar unterschreiben! Ich weiss von mir, dass mich ein höherer Lohn per se nicht glücklicher und zufriedener macht. Viel ausschlaggebender sind die Benefits, die der Job mit sich bringt: Sinnhaftigkeit der Arbeit, Freude daran, das Team, Anzahl Ferientage, Möglichkeit zur Weiterentwicklung und deren Unterstützung, Möglichkeit zur Selbstbestimmung (z.B. Zeitpunkt der Ferien, Mittag, Arbeitsbeginn und -ende), Freizeit bzw. Pensum, Unterstützung durch Vorgesetze, Arbeitsweg, Verpflegungsmöglichkeiten und generell Infrastruktur/Standort usw. Wenn diese Punkte maximal positiv erfüllt sind, dann ist meiner Meinung nach der Lohn nur noch marginal wesentlich. Aber das ist meine Meinung.

(Quelle Studie: http://www.welt.de/wirtschaft/article147904505/Zufriedenheit-und-Gehalt-Die-Wahrheit-ueber-Glueck.html)

(Quelle Beitragsbild: http://www.karmakonsum.de/2012/06/12/geld-alleine-macht-nicht-glucklich/)

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