Ein Loblied auf die Arbeit. Oder: Warum wir Arbeit brauchen.

Ich habe viel und oft über schlechte Erfahrungen auf der Arbeit geschrieben. Ich habe, wie ihr vermutlich ahnt, auch viele schlechte Erfahrungen auf der Arbeit gemacht. Die prägendsten sind wohl miese Arbeitskollegen und Vorgesetzte, Neid und Missgunst sowie elende, gähnende Langeweile. Aber ich habe zum Glück nicht nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich war auch schon wirklich an genialen Arbeitsorten. Und ich möchte heute einmal ein Loblied auf tolle Arbeitgeber und Vorgesetzte singen – denn diese gibt es auch!

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr morgens zur Arbeit geht und euch einfach nur gespannt darauf freut, was euch erwarten mag? Wenn ihr euch nach Arbeitskollegen oder Vorgesetzten sehnt, die in den Ferien sind und die Tage zählt, bis sie wieder zurückkommen? Wenn ihr am Freitagabend denkt: Die Woche ist aber wieder schnell vorbei gegangen? Wenn ihr am Nachmittag auf die Uhr schaut und kaum glauben könnt, dass es schon so spät ist? Wenn ihr das nicht kennt, dann solltet ihr schleunigst die Arbeit wechseln. Und wenn euch das alles bekannt vorkommt: Glückwunsch, ihr seid am richtigen Ort! Ihr habt sozusagen die Nadel im Heuhaufen gefunden!

Die Arbeit ist in unserer Gesellschaft zu einem wichtigen Aspekt geworden. Wir definieren uns über unsere Tätigkeit, im weitesten Sinne prägt sie nachhaltig unser Dasein. Was wir auf der Arbeit tun, beeinflusst nicht nur unsere Persönlichkeit, sondern auch soziale Beziehungen – private und geschäftliche.

Ich habe mir überlegt, was mir wichtig ist auf der Arbeit. Hier meine persönliche Top 3:

  • Die Arbeit muss für mich sinnstiftend sein – ich muss das Gefühl haben, dass ich etwas Gutes tue, etwas Sinnvolles, etwas, was mich und andere weiterbringt. Sinn ist für mich von grosser Bedeutung. Eine sinnlose Arbeit würde mich nicht nur nicht erfüllen, sondern frustrieren; wobei die Frage, ob eine Arbeit Sinn hat oder nicht sehr individuell zu beantworten ist. Zum Glück! Sonst gäbe es – meiner Meinung nach – viele Berufe nicht mehr oder man könnte niemanden finden, der sie ausübt.
  • Arbeitsatmosphäre: Ich muss das Gefühl haben, willkommen zu sein und einen Beitrag zur harmonischen, effizienten und angenehmen Zusammenarbeit zu leisten. Ich muss gerne zur Arbeit kommen, ich muss mich mit meinen Arbeitskollegen/ Mitarbeitern wohl fühlen und mein Vorgesetzter muss mir vertrauen – und ich ihm. Das Team muss sich unterstützen und voneinander lernen wollen.
  • „Zückerli“: Was bekomme ich für meine Arbeitsleistung? Damit meine ich nicht nur den Lohn, das 13. Monatsgehalt, sondern insbesondere: Wie viel Ferien habe ich zugute? Darf ich meine Ferien im Rahmen der gesetzlichen Schranken frei einteilen? Werden Weiterbildungen gefördert und bezahlt? Erhalte ich Weiterbildungstage? Wie viele Stunden muss ich arbeiten? Kann ich kommen und gehen, wann ich will, oder gibt es Zeiten, zu denen ich anwesend sein muss? Für Mütter: Wie viel Kindergeld erhalte ich? Werden allenfalls auch Kitas bezahlt oder mitfinanziert? Für Männer: Habe ich Anspruch auf Vaterschaftsurlaub? Für Frauen zwischen 25 und 40: Werde ich eingestellt, obwohl der Arbeitgeber Angst haben muss, dass ich demnächst schwanger werde? Für alle: Herrscht Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern? Sind die Löhne transparent? Werde ich nach Alter, Erfahrung und Ausbildung eingestuft? uvm.

Und wenn ihr an einem Ort seid, wo eure persönliche Top 3 erfüllt ist, dann dürft ihr euch wirklich glücklich schätzen! Solche Arbeitgeber gibt es, man muss sie nur finden! Ich wünsche euch viel Freude an eurer Arbeit!

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