Vom Anfang und Ende. Mein Jahr 2016 – eine Zwischenbilanz.

Es ist noch zu früh für einen Jahresrückblick. Dennoch verspüre ich, sobald es kälter wird, das Bedürfnis, mein bisheriges Jahr Revue passieren zu lassen. Und da ich das in Gedanken ohnehin schon mache und mir überlegt habe, was ich um Weihnachten herum wohl für einen Jahresrückblick-Beitrag schreiben würde, kann ich jetzt schon meine Gedanken verschriftlichen. Manchmal hilft es, wenn man die Ereignisse in Erinnerung ruft. Es hilft wobei, werdet ihr euch fragen. Ich formuliere es mal vorsichtig so: Es hilft dabei, sich in einem Moment nicht nur auf die aktuellen Ereignisse zu versteifen. Und ich glaube, diese Hilfe könnte mir im Moment gut tun. Daher schon mal eine persönliche Zwischenbilanz für 2016.

Wenn ich das Jahr 2016 in einem Wort beschreiben müsste, dann: ereignisreich. Und wenn ich es in zwei Worten beschreiben müsste, dann: unerwartet ereignisreich. Sehr unerwartet. Dieses Jahr hat sich für mich persönlich extrem viel verändert – hauptsächlich zum Positiven, aber es gab auch negative Veränderungen. Logisch, wann ist schon alles positiv. Und logisch ist auch, dass sich unerwartete Veränderungen ergeben haben. Wann können wir Dinge schon erwarten? Wenn etwas sicher im Leben ist, dann, dass alles unsicher ist.

Negative Ereignisse empfinden wir im Moment als solche. Manche von ihnen bleiben negativ (z.B. Todesfälle), andere sind nur im Moment negativ und entpuppen sich dann doch als Glücksfall. Einen solchen – vorerst negativen Moment, der mir dann aber den Weg zu etwas sehr, sehr Positivem geebnet hat – gab es am Anfang des Jahres. Mein Gott, war ich elend traurig und enttäuscht, dass sich meine Erwartungen nicht erfüllt hatten! Und heute – zehn Monate später – bin ich so unendlich dankbar, dass die Sache damals nicht geklappt hat. Es ist zwar eine Floskel, aber manchmal es ist wirklich so: Wenn du das Gefühl hast, dass deine Welt zusammenbricht, ist es gut möglich, dass die Sonne am Horizont etwas später wieder aufgeht und deine Welt sich wieder dreht.

Mein Jahr war geprägt von Vertrauen. Dieses Jahr habe ich sehr viel Vertrauen haben müssen – Vertrauen zu mir, Vertrauen zu Menschen, die ich nicht so gut kenne; ich habe Vertrauen zu neuen Menschen aufgebaut und das Vertrauen in Menschen, die mir sehr nahe stehen, verloren.

Es war aber auch umgekehrt so, dass Menschen, die mich nicht so gut kennen, mir ein Vertrauen (und einen Glauben an mich) entgegen gebracht haben, das mich tief berührt. Manchmal frage ich mich, wie es dazu kommt, dass Menschen an mich glauben, obwohl sie nicht genau wissen, wer ich bin? Wie kann es sein, dass du manchmal ein unendliches Glück im Leben hast, den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zu begegnen und sie dir solch ein bedingungsloses Vertrauen schenken, welches vielleicht nicht einmal du in dich hast?

Ja, mein Jahr 2016 war bisher sehr, sehr stark von Vertrauen geprägt – mitunter ein Grund für die positiven Veränderungen in meinem Leben.

Und Geduld. Ich glaube fast, dass ich noch nie in meinem Leben so viel Geduld aufbringen musste wie dieses Jahr. Und Geduld gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Nicht, wenn viel für mich davon abhängt – davon, die Zeit abzuwarten und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Das kann ich wirklich nicht gut. Trotzdem habe ich mich dieses Jahr wie eine Musterschülerin in Geduld geübt; habe versucht, den Dingen ihren Lauf zu lassen (und habe es getan, da mir nichts Anderes übrig blieb); habe abgewartet und gehofft, manchmal sogar gebetet. Und in den allermeisten Fällen hat es sich gelohnt.

Mein Jahr 2016 war aber auch geprägt von Neuanfängen. Ich weiss nicht, ob ich jemals so viele „Projekte“ in meinem Leben aufgegleist habe. Ich habe in mehreren Bereichen meines Lebens einen Neuanfang gewagt und bin jetzt dabei, den eingeschlagenen Weg zu gehen (der mir im Übrigen sehr zusagt). Neuanfänge sind aber immer auch die Konsequenz eines Endes. Erst wenn wir einen Lebensabschnitt beenden, können wir einen neuen beginnen. Ich habe also, um diese Neuanfänge überhaupt angehen zu können, auch vieles beendet. Das, was ich freiwillig beendet, und mit dem ich folglich neu angefangen habe, war einfach. Sehr einfach sogar. Es fällt mir nicht schwer, mich auf Neues einzulassen, wenn ich Altes freiwillig hinter mir lasse. Schwer fallen mir Neuanfänge (oder neue Wege), wenn ich nicht mitbestimmen kann, ob ich dazu bereit bin, ob ich das will, ob das meinem Naturell entspricht, ob ich fühle, dass die Sache beendet werden muss und eine neue begonnen werden kann. Dann tue ich mich unbeschreiblich schwer. Aber das geht wohl allen Menschen so, nicht wahr?

Mein Jahr 2016 hatte für meinen Geschmack genug Veränderungen, genug unerwartete Ereignisse, genug Neuanfänge und Schlussstriche. Ich würde mir jetzt wünschen, dass keine unerwarteten Ereignisse mehr auf mich zukommen – vor allem nicht die negativen, versteht sich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s