Wie findet man den perfekten Partner?

Kürzlich wurde ich – ewiger Single – gefragt, wie man eigentlich den perfekten Partner findet. Richtig – ich wurde nicht gefragt, ob ich in einer Beziehung sei, das wurde aus irgendeinem mir nicht offensichtlichen Grund still und heimlich vorausgesetzt. Nun gut, wenn ich schon um Rat gefragt werde, dann gebe ich doch gerne meine Weisheiten preis – selbst wenn ich keine Ahnung habe. Und vielleicht gerade deshalb: Hier mein Rezept für die Liebe – mit Hilfe der Logik (Philosophie)!

Um beantworten zu können, wie man den perfekten Partner findet, müssen wir eine Grundannahme treffen: Den perfekten Partner gibt es. In der Logik hiesse das: Wenn p wahr ist, dann ist auch q wahr. Mit anderen Worten: Wenn ich grundsätzlich daran glaube, dass es für jeden einen perfekten Partner gibt (p also wahr ist), dann existiert(e) auch ein perfekter Partner für mich (q ist also auch wahr).

Gehen wir nun also von dieser Grundannahme aus, dass es den perfekten Partner gibt? Denn sonst wird es schwierig, euch zu sagen, wie ihr den findet. Um es uns allen einfach zu machen, glauben wir also – zumindest für die Zeit der Lektüre dieses Blogs – daran, dass der perfekte Partner für jeden Menschen existiert. Wir gehen also davon aus, dass es diesen einen idealen Partner für jeden von uns mindestens ein Mal auf der Welt gibt. Und wäre ich jetzt in Wahrscheinlichkeitsrechnen sattelfest, dann würde ich euch gerne auf zwanzig Kommastellen nach der Null ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ihr den findet. Da ich selbst eine Null in Wahrscheinlichkeitsrechnen bin, aber wenigstens etwas mit der philosophischen Logik anfangen kann, wage ich mal zu behaupten, dass wir die Kommastellen getrost ignorieren können. Die Wahrscheinlichkeit liegt wohl ungefähr bei Null. Die Chance, diesen einen perfekten Menschen zu finden, ist gleich null, wenn wir von einem möglichen Pool von – sagen wir mal – zwei Milliarden Menschen ausgehen (acht Milliarden Weltbewohner, davon die Hälfte männlich/weiblich und die Hälfte davon wiederum minderjährig – also bleibt ein ungefährer Zielgruppenpool von zwei Milliarden). Gut, die Grundlagen wären geklärt. Und wie findet man nun diese Nadel im Heuhaufen von zwei Milliarden Personen?

Hier endlich meine Tipps:

  1. Vertraut auf Gott.
  2. Wenn das nicht hilft, dann vertraut auf das Universum. (Kennt ihr die Theorie Wunschbestellung ans Universum? Falls nicht, müsst ihr euch die unbedingt mal reinziehen).
  3. Wenn das nicht hilft, versucht es mal mit Horoskopen, Kartenlegen oder anderen Esoterik-Wegen.
  4. Überdenkt nochmal, ob p wirklich wahr ist, dann setzt ihr euch nämlich auch nicht mit q unter Druck!

Die obigen Tipps 1-4 funktionieren bei mir mehr oder weniger. In der Regel weniger. Darum würde ich euch einfach Folgendes raten (jetzt ernsthaft):

  1. Setzt euch nicht unter Druck. Irgendwann wird schon jemand euren Weg kreuzen, der euch umhaut. Das könnt ihr mir wirklich glauben.
  2. Anstatt Gott, dem Universum oder ominösen Kartenlegerinnen zu vertrauen, vertraut auf euch! Arbeitet an euch, werdet zur besten Version eurer selbst, regelt euer Leben und seid vollkommen glücklich ohne Partner. Denn der Partner ist nicht dafür da, euer Leben vollkommen zu machen. Er kann euch nur glücklich machen, wenn ihr schon glücklich seid. Frustrierten Menschen hilft nichts – nicht einmal p. Frustrierte Menschen müssen ihr Glück schon selbst finden, und zwar erstmal ohne q. Und wer hat schon Lust, sich auf einen unglücklichen, frustierten Menschen einzulassen? Also los, sucht euch einen coolen Job, bildet euch weiter, treibt Sport, reist, erweitert euren Horizont, macht, was auch immer euch glücklich macht und euch weiterbringt – erst dann strahlt ihr aus, dass ihr bereit seid für q.
  3. Löst euch von der Vorstellung von q. Nichts ist schlimmer als jene Leute (meist Frauen, sorry), die eine ziemlich genaue Vorstellung von haben: Er ist so und so alt, so und so gross, hat diese bestimmte Statur, macht beruflich dieses oder jenes, hat diesen oder jenen Abschluss, hat diese oder jene Augen-/Haarfarbe, kommt aus diesem oder jenem Land, spricht so und so viele Sprachen, ist attraktiv, eloquent, zuvorkommend…bla, bla, bla. Wenn ihr nämlich schon diese genaue Vorstellung von habt, dann wird es noch unmöglicher, q zu finden, weil p dann nämlich gar nicht existiert und ihr nur nach Ausschau haltet. Verabschiedet die Vorstellung von q – und zwar jetzt!

Ja, so ungefähr stelle ich mir das vor. Ich setze mich nicht unter Druck, vertraue auf mich und arbeite an mir und meinem Leben, sodass, wenn dann mal q-n (also der perfekte Partner mit ein paar Abweichungen) tatsächlich in mein Leben schreitet, ich ihn auch erkenne.

So findet ihr euren perfekten Parter – euren q-n.

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