Neulich: Eine Begegnung mit einem Gutmenschen par excellence

Neulich bin ich einem echten Gutmenschen begegnet. Man sieht es den Menschen gar nicht an, aber man merkt schnell: Das sind die, die sich unermüdlich für andere einsetzen, ohne dabei einen konkreten Gewinn für sich zu erzielen. Das sind die, die gegen Windmühlen kämpfen, die versuchen, jedem Hoffnungsschimmer etwas Positives abzugewinnen; die, die strampeln, bis aus der Milch Sahne geworden ist; die, die auch mal für andere ins eigene Portemonnaie greifen, weil es sonst keiner tun würde. Das sind die, die sich gerne auch mal unbeliebt machen bei anderen, weil sie sich für (wieder) andere einsetzen. Ohne Lohn, oft vermutlich auch ohne Dank. Einfach so. Einfach so Gutes tun. Altruismus par exellence.

Habe ich schon einmal über Altruismus geschrieben? Ich glaube schon, aber ich weiss gerade nicht, in welchem Zusammenhang. Altruismus beschäftigt mich schon seit geraumer Zeit. Was soll das aber sein, Altruismus? Der Duden setzt altruistisch mit selbstlos, uneigennützig, aufopfernd gleich. Ich finde allerdings, dass das Wort aufopfernd irgendwie einen negativen Beigeschmack hat. Ein Opfer bringen – das ist immer mit einem Verlust verknüpft. Altruistisch muss aber nicht unbedingt mit einem Opfer einhergehen. Wir können auch einfach altruistisch sein, ohne uns für etwas aufzugeben, ohne uns selbst zu vernachlässigen oder einen Verlust zu erleiden. Nun gut. Aber meine persönliche Definition wäre wohl einfach: Sich für andere einsetzen, ohne selbst einen direkten Nutzen davonzutragen. Wobei wir aber alle wissen: Kein Mensch tut etwas, ohne etwas davon zu haben. Und sei es nur ein dankbarer Blick, eine Zuneigungsgeste, Freundlichkeit, ein Lächeln – oder einfach nur dieses unbeschreiblich wohltuende Gefühl, etwas Gutes für jemand anderen – bestärkt wird das Gefühl meiner Meinung nach, wenn dieser andere fremd ist – getan zu haben. (Wir wissen alle, dass Spenden beispielsweise ein gutes Gefühl erzeugt.)

Was motiviert Menschen wirklich dazu, sich für andere einzusetzen? Warum geht jemand einmal pro Woche mit vier Flüchtlingen baden und bezahlt ihnen auch noch den Eintritt? Warum fährt dieser jemand Flüchtlinge hin und her, damit sie rechtzeitig ihre Verwaltungsgänge erledigen können? Warum bietet dieser jemand einem operierten Flüchtling sein Gästezimmer an, weil man dessen Wunde dort, wo er wohnt, am Nachmittag nicht mehr pflegen könnte, weil dort das Warmwasser mittags abgestellt wird? Warum setzt sich dieser jemand für einen syrischen Handchirurgen ein, damit dieser eine Stelle bekommt und arbeiten kann? Ich meine, das leuchtet ja irgendwie alles ein – es ist wirklich wunderbar, dass dieser jemand das macht, aber trotzdem: Warum eigentlich? Dieser jemand könnte doch auch einfach ein Buch lesen, alleine baden gehen, nachmittags mit Freundinnen Kaffee trinken, Geld für sich ausgeben. Aber dieser jemand entscheidet sich bewusst dagegen und dafür, für andere da zu sein. Vielleicht, weil dieser jemand selbst viel Glück hatte im Leben? Obwohl man bei einem pflegebedürftigen Ehepartner nicht gerade von Glück sprechen kann. Um ehrlich zu sein: Ich weiss es nicht so genau, warum sich jemand so sehr für andere einsetzt. Aber was ich weiss, ist, dass ich diesen jemand aus tiefstem Herzen bewundere und respektiere! Gäbe es mehr solche Menschen auf dieser Welt, wäre die Welt ein grosses Stück besser.

Wie wäre es, wenn wir einmal pro Tag altruistisch handeln würden? Oder wenigstens einmal pro Woche – für die unter uns, die arbeiten? Ja, einmal pro Woche etwas Gutes tun, ohne davon einen Nutzen zu haben und ohne dass es zu unserer Arbeit gehört, das wäre doch ein erreichbares Ziel!

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2 Gedanken zu “Neulich: Eine Begegnung mit einem Gutmenschen par excellence

  1. schnipseltippse schreibt:

    Vielleicht sieht es nach außen hin so aus, als gebe man nur. Aber man bekommt so viel zurück. Fröhliche Gesichter, nette Gespräche, neues Wissen, die Gewissheit, mit seiner Zeit etwas Sinnvolles angefangen zu haben, die Zufriedenheit, sein eigenes Glück ein Stück weit teilen zu können. Das ist doch alles sehr wertvoll, oder?

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