Traumjob finden – leicht gemacht!

„Ich bin anders, viel anders, dafür danke ich…; dafür, dass ich nicht bin, was ich sein sollte, dafür danke ich auch.“

(Goehte, 1770 an seinen Zimmernachbarn während der Leipziger Studienzeit)

Um es in meinen Worten zu sagen: Wir haben ein einziges Leben zur Verfügung. Und dieses sollten wir so leben, dass es uns gefällt und nicht allen anderen. Punkt. Goethe ist meiner Meinung nach eine der schlausten Personen, die diese Welt bisher hervorgebracht hat. Schlau auch deshalb, weil seine Texte noch heute Gültigkeit haben. Ich frage mich zuweilen, wie es möglich war, vor fast zweihundertfünfzig Jahren Texte zu schreiben, die heute noch aktueller sind denn je. Ja, die Sprache hat sich verändert, natürlich; dennoch sind wir Menschen seit der Aufklärung irgendwie noch dieselben.

Das Eingangszitat gefällt mir im Übrigen auch deshalb so gut, weil es unsere Individualität betont, d.h. unsere eigenen Wege zu gehen, das zu tun, was wir für richtig halten und nicht unsere Freunde oder Eltern – ganz besonders auch im Hinblick auf die Arbeitstätigkeit. Ich habe schon einige Arbeitsstellen innegehabt – als Studentin und später nach dem Studium. Gegenwärtig ist das meine dritte Stelle nach den Studium – und die beste. Im Moment habe ich das Gefühl, angekommen zu sein: Ich liebe meinen Alltag, ich habe ganz wunderbare Arbeitskollegen (wovon die meisten weiblichen Geschlechts sind), ich habe eine Chefin, die mir Freiheiten lässt, wo ich sie brauche und mich unterstützt, wo es nötig ist; ich habe eine sinnstiftende Aufgabe, kann endlich das tun, wozu ich glaube, geboren zu sein: Menschen auf ihrem Weg unterstützen. Ich habe immer mit Menschen gearbeitet, aber oft aufgrund der Arbeitstätigkeit gegen Menschen und nicht für Menschen. Heute arbeite ich mit und für Menschen – für andere, aber gleichzeitig eben auch für mich, weil mich meine Arbeitstätigkeit erfüllt. Ich habe in einem früheren Blog (Ein Loblied auf die Arbeit) geschrieben, was für mich wichtig ist bei der Arbeit. Heute schreibe ich darüber, wie ihr euren Traumjob findet.

Hier nun mein Rezept, wie ihr euch euren Traumjob „backt“:

  1. Es ist entgegen aller Erwartungen gar nicht nötig zu wissen, wie genau eurer Traumjob aussehen soll. Warum nicht? Weil es viele Tätigkeiten gibt, von denen ihr nichts wisst. Darum ist es gut möglich, dass euch eine bestimmte Arbeitstätigkeit zusagen könnte, ohne dass ihr heute schon wisst, dass es diese gibt. Was aber wichtig ist: Überlegt euch mindestens drei Punkte, die euch in Bezug auf die Tätigkeit wichtig sind. Was würdet ihr ganz allgemein gesprochen gerne tun? Und in welchem Bereich? Zum Beispiel: Jugendliche in schwierigen Lebensphasen unterstützen und in einem sozialen Bereich tätig sein. Definiert ein paar Punkte, die euch, wie ihr glaubt, glücklich machen und euch persönlich weiterbringen würden.
  2. Networking! Ja, ich weiss, dass Networking schon wieder ein ausgelaugter Begriff ist, aber glaubt mir eines: Nichts ist wichtiger als das! Wenn ihr definiert habt, in welchem Bereich ihr gerne arbeiten würdet, dann vernetzt euch in diesem Bereich. Wie? Indem ihr euch dort aufhaltet, wo Menschen sich aufhalten, die in einem solchen Bereich arbeiten. Das kann ein Verein, das können Tagungen zu bestimmten Themen sein oder Apéros für Aktienhalter einer Firma, die euch interessiert. Überlegt euch, ob ihr euch privat dort aufhalten könnt, wo ihr gerne arbeiten würdet – z.B. in einem Fitnessstudio, in einem Museum, einem bestimmten Laden etc. Und dann nichts wie los! Zeigt euch, macht euch bemerkbar und macht die aufmerksam auf euch! Ein wenig Engagement und Committment sind da schon gefragt. Denn so bekommt ihr vielleicht die Chance auf einen genialen Job, der euch durch die Lappen gehen würde, wenn ihr nicht die richtigen Leute kennen und euch am richtigen Ort aufhalten würdet.
  3. Eine weitere soziale Komponente ist diese: Engagiert euch freiwillig! Wieso nicht im Rahmen eines sozialen Programms zwei Stunden pro Monat mit einem Kind verbringen, das sozial benachteiligt ist, wenn ihr gerne mit Kindern arbeiten würdet? So habt ihr gleich zwei Asse im Ärmel: Soziales Engagement macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern bringt euch auch persönlich weiter. Und wer weiss, vielleicht ergibt sich daraus der eine oder andere wichtige Kontakt für euren weiteren Berufsweg.
  4. Studiert die Stellenanzeigen und überlegt euch, ob euch vielleicht noch etwas fehlt, um euch für eine Stelle, die euch begeistert, zu bewerben. Zum Beispiel Englisch? Oder eine Weiterbildung/ Vertiefung in einem Bereich? Nichts wie los! Arbeitgeber stellen lieber Leute ein, die etwas für ihre Ziele tun, als nur davon träumen. Arbeitgeber stellen lieber Menschen ein, die wissen, was sie wollen und darauf hinarbeiten als Träumer – von nichts kommt nichts, das wisst ihr selbst.

So, jetzt könnt ihr beginnen, euch euren Traumjob zu „backen“. Viel Erfolg, liebe Leser!

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