Das Glück einfangen.

Liebe Leser,

kennt ihr die Momente im Leben, manchmal sind es sogar längere Phasen, in denen ihr einfach nur glücklich seid? Jene Momente, in denen die eine Glückssträhne auf die nächste folgt und ihr fühlt euch, als würdet ihr gerade eurem Leben zuschauen und als könntet ihr so viel Glück gar nicht fassen – oder verarbeiten. Manchmal ist das Leben einfach perfekt. Punkt. Manchmal fehlt nichts, nichts stört, nichts ist zu viel, nichts bereitet euch Sorgen – im Gegenteil: alles ist gerade so, wie ihr es euch in euren Träumen vorgestellt habt? Absolut alles!

In einer solchen – zwar schon etwas länger andauernden – Phase befinde ich mich zur Zeit. Und ja, so viel Glück und Glückseligkeit sind zuweilen etwas beängstigend, aber gleichzeitig von einer Leichtigkeit geprägt, dass ich morgens zur Arbeit hüpfen könnte, dass ich mich manchmal den Tagträumen des Lebens hingebe und mich unbeschreiblich dankbar schätze für alles, was ich habe und was gerade ist. Und ja, manchmal danke ich Gott, dem Universum, der Welt und allem und jedem, den es gibt und vielleicht gibt oder auch nicht gibt für das, was ich gerade erleben darf. Und ja, wir fragen uns in solchen Phasen: Womit habe ich das eigentlich verdient? Und wisst ihr was? Wir alle haben das verdient! Wir alle tun Gutes und Gutes wird für uns getan. Das Leben hält uns so viel Gutes bereit – wir müssen nur die Hand danach ausstrecken und das Glück fassen.

Ich weiss nicht, ob es Menschen, die viel Schlechtes erfahren und durchlebt haben, einfacher fällt, das Gute und das Glück zu erkennen. Möglich ist es. Ich habe aber keine Vergleichsmöglichkeiten, darum hier meine These: Wer weiss, wie es sich anfühlt, todtraurig zu sein, wer schon einige Male vor dem Scherbenhaufen des Lebens stand und sich selbst dabei zuschaute, wie er/sie auf eine Klippe rast und es schafft, sich loszulösen, sich aufzuraffen, das Leben wieder in die Hand zu nehmen, das Schicksal wieder selbst zu beeinflussen, ja, dem/der fällt es nicht schwer, noch so kleine Glücksmomente zu erkennen. Ich glaube nämlich, dass viele von uns die kleinen Glücksmomente übersehen und einfach nicht erkennen. Und wenn wir die kleinen Glücksmomente nicht erkennen, dann glauben wir irgendwann, dass das Leben nie Schönes für uns bereit hält, aber wir täuschen uns gewaltig. Darum glaube ich fest daran, dass der erste Schritt darin besteht, das kleine Glück zu erkennen – und es anzunehmen.

Und was ist mit dem grossen Glück? Das grosse Glück kommt automatisch, glaubt mir. Wenn ihr mit dem kleinen Glück übt, dann verpasst ihr das grosse Glück garantiert nicht.

Ich habe heute mal alle Glücksmomente, die ich erkannt habe, für euch in einer Liste festgehalten:

  1. Der erste Morgenkaffee. Schmeckt vorzüglich.
  2. Frische Morgenluft beim Verlassen des Hauses. Tief einatmen und wieder ausatmen und nicht zur Arbeit stressen, sondern den Weg als Spaziergang geniessen.
  3. Vor dem Gebäude, in dem ich arbeite, kommt mir lächelnd mein Arbeitskollege entgegen und sagt: „Müllabfuhr!“. Er trägt den Abfallsack auf die Strasse. Und ich denke: Einfach nur cool, dass ein Mitglied des Kaders den Abfall am Morgen raus trägt. Chapeau! Und mal ehrlich: Als wüsste ich nicht sowieso schon, dass ich total coole Gspänli habe – wartet auf meinem Arbeitstisch auch noch ein frisch für mich hergestellter Sirup von einer Arbeitskollegin. Einfach so. Einfach so? Ja, einfach nur so. Du magst den doch so gerne, sagt sie.
  4. In der Pause trinke ich einen Chai Tee Latte mit meinen Arbeitskollegen. Und geniesse den Austausch in einer warmen Büroküche. Und den Chai Tee Latte.
  5. Am Mittag treffe ich mich mit einer Freundin zum Thailändisch-Essen. Wir plaudern ungezwungen und schauen nicht auf die Uhr. Die Arbeit kann warten.
  6. Am Nachmittag trinken wir einen Kaffee in der Pause. Jemand hat Pralinen mitgebracht – die müssen probiert werden. Genuss pur!
  7. Ich arbeite mit einer Kollegin, die sich ungefähr 150 Kilometer weit weg befindet, an einem gemeinsamen schriftlichen Dokument. Und ich denke: Zum Glück gibt es E-Mails und das Telefon. (Danke, Nikola Tesla! )
  8. Ich verlasse mein Büro – und es ist noch hell (im Winter). Wie glücklich ich mich schätzen darf!
  9. Am Abend steht Sport auf dem Programm. Ich Glückspilz, denke ich. Sport befreit mich von allem, was im Moment auf der Liste des Ungewissen und Unsicheren ist. Nicht, dass mich das belasten würde, aber Sport leert meinen Kopf und das ist auch gut so.
  10. Zu guter Letzt: Die Lektüre eines spannenden Buches im frisch bezogenen Bett. Was braucht es mehr, um glücklich einzuschlafen?

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