Über misogyne Männer.

Mal ehrlich: Mit gewissen Menschen wird man einfach nicht warm. Nie. Auch wenn man sich bemühen würde, aber irgendwie kommt man gegen diese tiefe Antipathie gegenüber gewissen Personen nicht an. Ich habe mich neulich gefragt, woran das eigentlich liegt. Und schildere euch einen konkreten Fall.

Ich habe manchmal mit einem Mann zu tun, über den ich mir so mein Bild gemacht habe, auch wenn ich ihn nicht wirklich gut kenne. Und auch gar nicht kennen lernen will. Sagen wir, er ist so Mitte vierzig, aus einer ländlichen Gegend bei uns in der neutralen Schweiz, er arbeitet bei den Behörden und hat, soweit ich weiss, noch nie etwas anderes gemacht. Sehr militärisch eingestellt. Hierarchisch, irgendwie. Und patriarchalisch. Besser gesagt: Durchwegs misogyn. Und da fängt wohl genau meine Antipathie an. Ständig reisst er Witze über Frauen – über unfähige, unqualifizierte Frauen. Manchmal auch über Männer, aber meistens über Frauen. Und ich danke: Stell dir vor, du bist seine Frau! Wie musst du sein, um so etwas auszuhalten? Oder ist er zuhause der absolute Gleichberechtigungsfanatiker und nur auswärts misogyn?

Ich würde nicht sagen, dass ich Humor nicht verstehe. Auch mit Ironie habe ich kein Problem, nicht einmal mit Sarkasmus. Aber wenn man dann ständig über Frauen herzieht, als seien keine im Raum, dann frage ich mich schon: Was hat der Typ eigentlich erlebt, dass er ständig auf Frauen herumstochern muss? Nein, es interessiert mich gar nicht wirklich, was er erlebt hat, dass er so ist, wie er ist. Mich stört einfach, dass er nicht merkt, dass seine Witze frauenfeindlich und frauenbeleidigend sind bzw. dass er sich nicht daran stört. Ich weiss, dass ich mich manchmal in einer Gruppe von Leuten bewege, die in einer Männerdomäne arbeiten und wo Frauen in der absoluten Minderzahl vorkommen, wenn überhaupt. Aber gibt das gewissen Männern denn einen Freipass, über Frauen herzuziehen und so zu tun, als seien keine Frauen da?

Und woran liegt es nun, dass mich Misogynie nervt? Na ja, wahrscheinlich liegt es in erster Linie daran, dass ich eine Frau bin und mich im Wesentlichen nun mal mit meinem Geschlecht identifiziere. Aber es liegt wohl auch daran, dass ich glaube, dass wir Menschen gleich und gleichberechtigt sind. Für mich wiegt das Leben eines Mannes genauso viel wie das einer Frau. Und ich glaube auch, dass wir die gleichen Fähigkeiten haben. Klar gibt es biologisch-physiologisch bedingte Domänen, die eher Frauen oder eher Männern zugesprochen oder nur dem einen oder dem anderen Geschlecht möglich sind, aber wenn wir über die geistigen Fähigkeiten sprechen, so glaube ich, dass wir ebenbürtig sind.

Ja, solche Menschen nerven mich darum. Zum Glück laufe ich solchen Menschen nicht oft über den Weg. Und zum Glück muss ich mit ihnen weder Tisch noch Bett teilen.

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