It’s all about Sex – auch im Berufsleben

Sex sells: Ein Chef, der dir auf den Arsch schaut, wenn du dich umdrehst oder in dessen Kopf in eurem Vorstellungsgespräch schon ein Film abläuft; Kollegen, die dich anhimmeln oder anlächeln, als hätten sie noch nie eine Frau gesehen usw. Wir Frauen kennen diese Situationen und stehen meistens drüber. Das hier ist kein Text für Weicheier, keiner für Feministinnen, keiner über Belästigungen am Arbeitsplatz und ganz bestimmt keiner über die Leiden der emanzipierten Frau. Also: Nur weiterlesen, wenn ihr nicht ganz so zart besaitet seid.

Diesbezüglich gibt es nur zwei Arten von Frauen: Jene, die sich – ich sage es mal überspitzt – manchmal (wenn es die Situation erfordert) auf ihr Sexappeal reduzieren lassen und jene, die das vehement und konsequent ablehnen. Dazwischen gibt es eigentlich nichts; ausser dass sich manche vielleicht gerne „reduzieren“ liessen, wenn sie denn Sexappeal hätten und manchen ihr Sexappeal im Weg steht, weil sie eigentlich gerne ernstgenommen werden möchten – und zwar für das, was sie sind und können und nicht wegen ihres Aussehens. Klar kann man das Ganze mit der Kleidung und dem Auftreten beeinflussen. Aber irgendwie wirken manche Frauen einfach stärker auf (gewisse) Männer, während manche andere Frauen sich auf den Kopf stellen könnten und trotzdem keine Wirkung haben.

In meinem Berufsleben bin ich schon sehr vielen Situationen mit Männern begegnet, in denen ich mich gefragt habe: Worum geht es jetzt eigentlich? Es ist ein Phänomen (gibt es dafür eigentlich eine Bezeichnung?), dass manche Männer total auf gewisse Frauen abfahren und sie das auch spüren lassen. O.k, nennen wir es flirten am Arbeitsplatz. Schwierig wird die Situation dann, wenn es ein ungleiches Machtverhältnis ist (i.d.R. ist der Mann der, der Macht hat, sonst würde er es sich wahrscheinlich auch nicht erlauben, sich so zu verhalten).

Ich habe es schon oft erlebt, dass es nicht so sehr darauf ankam, was ich sagte oder tat oder wie ich meine Arbeit erledigte. Wenn ich bei jemandem einen Bonus hatte, dann konnte ich mir ziemlich viel erlauben – oder ich hätte mir ziemlich viel erlauben können und wäre damit durchgekommen. Gut, das ist schon das eine oder andere Mal vorgekommen.

Aber umgekehrt auch! Manchmal gefällt uns jemand und wir sind dann vielleicht etwas „weicher“, wir mögen jemanden oder jemand ist uns sympathisch und dann lassen wir etwas mehr durchgehen oder drücken einfach ein Auge zu. Ich finde das eigentlich gar nicht so schlimm, wenn ich mal jemandem mehr durchgehen lasse, nur weil ich ihn (oder sie) besonders sympathisch oder anziehend finde. Klar ist es ungerecht jenen gegenüber, die keine besondere Anziehungskraft auf mich ausüben. Aber sagen wir mal so: Es gibt klare Handlungsregeln und manchmal erweitern wir unseren Handlungsspielraum eben situativ. Dagegen ist doch eigentlich nichts einzuwenden. Genauso wenig ist etwas dagegen einzuwenden, wenn sich jemand diesen Spielraum zu Nutzen macht und ihn ausschöpft. Habe ich auch schon. Aber ich respektiere jede(n), der/die sich vehement dagegen wehrt.

Sex sells! Ganz besonders im Berufsleben!

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