Und was soll Freundschaft noch bedeuten?

Dinge ändern sich, ich weiss. Menschen ändern sich, ich weiss. Lebensphasen und -entwürfe, ja Ziele ändern sich. Interessen ändern sich. Und Freundschaften ändern sich. Freundschaften verändern uns. Menschen haben einen Einfluss auf uns, insbesondere Freunde. Gute Freunde.

Freunde kommen, sagt man, und bleiben. Partnerschaften sind manchmal viel volatiler. Freundschaften sind oft zäher, dauerhaft. Manche. Manche nicht. Manche Beziehungen sind dauerhaft. Und doch wissen wir: Partner können in dein Leben kommen und wieder gehen. Und wenn sie weg sind, sind sie weg. Freunde bleiben. Meistens.

Es ist Zeit, einmal nicht über Beziehungen zu sprechen sondern über Freundschaften. Über enge, dauernde Freundschaften, die irgendwann zum Erliegen kommen. Ich habe das Gefühl, dass dieses Thema mit einem Tabu behaftet ist. Man spricht nicht über Freundschaften, die beendet werden. Man spricht über Beziehungen, die beendet werden, aber selten über Freundschaften. Aber beendete Freundschaften können genauso schmerzhaft sein. Manchmal sogar noch schmerzhafter als Beziehungen, die in einer Sackgasse geendet haben. Aber irgendwie ist es doch sehr ähnlich. Gute Freunde zu verlieren schmerzt. Punkt.

Es zerreisst mir das Herz, dass du mich aufgibst, dass du unsere Freundschaft aufgibst. Und ich weiss nicht, warum du es tust. Ich habe keine Erklärung. Ich grüble und grüble, lasse unsere Gespräche Revue passieren. Überlege, was ich falsch gemacht habe. Was ich gesagt, getan oder nicht getan habe und hätte tun sollen. Aber wer ist schon perfekt? Ich nicht, niemand auf dieser Welt. Wir alle machen Fehler. Aber wer verzeiht mir meine Fehler, wenn nicht meine engsten Freunde? Wer akzeptiert mich mit all meinen Fehlern und Maroden, wenn nicht meine engsten Freunde? Wer mag mich so, wie ich bin, wenn nicht meine engsten Freunde?

Ich bin wie gelähmt. Wie im Film. Wie in einer Parallelwelt. Wie auf Drogen. Und ich finde gerade nicht zurück zu mir. Ich will gerade nicht ich sein. Ich fühle mich, als wäre ich gerade im Alptraum einer anderen Person gefangen und finde nicht zurück. Wache nicht auf. Und ich fliehe und renne vor mir weg und merke, dass ich von mir nicht weglaufen kann. Und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als aufzuwachen und zu merken, dass es nur ein böser Traum war. Doch ich wache morgens auf und du fehlst mir. Die Tatsache, dass du aus meinem Leben gegangen bist, engt mir meinen Brustkorb ein. Und ich könnte heulen (und tu es) und kotzen. Und ich könnte schreien (und tu es) und frage Gott, was mit mir falsch läuft. Und ich bete zu Gott, dass es dir gut geht. Obwohl ich nie bete.

Ich weiss nicht, was los ist. Mit einem Wort, mit einem Mal ist mein Leben ein Haufen Scheisse. Mit einem Mal ist mein Leben völlig auf dem Kopf und ich fühle mich wie gelähmt. Ohnmächtig. Ich kann nichts tun. Und ich grüble und überlege, was ich tun könnte, was ich tun dürfte. Und mir fallen Tausend Dinge ein. Und ich verwerfe sie.

Schuldgefühle plagen mich. Angst quält mich. Unsicherheit. Fassungslosigkeit. Überforderung.

Und was bleibt? Irgendwie bleibt nichts. Eine Leere.

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