Anleitung: Wie man sich rar macht.

Habt ihr das auch schon erlebt: Ihr verabredet euch mit jemandem, findet ihn ganz nett, verabredet euch wieder (oder auch nur ein einziges Mal) und merkt dann, dass der Typ irgendwie ein Kotzbrocken ist. Oder ein emotional Taub-Blinder. Oder einfach todlangweilig. Ach, ja, mit den Langweiligen habe ich so meine Erfahrungen gemacht. Oder ein Narzisst – so von sich selbst geblendet, dass er euch dadurch völlig in seinen Schatten stellt (meint er)? Ein Typ, der eigentlich keinen anderen Menschen an seiner Seite erträgt, weil er sich selbst genügt, weil er der Beste ist, den es auf dieser Welt gibt? Oder ihr merkt, dass der Typ, mit dem ihr euch verabredet habt, irgendwie nicht ganz richtig tickt. Er fragt euch, ob ihr euch jemals mit Tara beschäftigt habt?  Kein Witz! Ich musste Tara erstmal googlen! Und ich weiss noch immer nicht, was das sein soll.

Tja, manchmal kommt man im Leben in die Situation, sich rar machen zu müssen. Das Ganze versanden zu lassen. Verschwundibus. Natürlich könnte man, erwachsen und vernünftig wie man ist, einfach sagen, dass der gemeinsame Weg nun endet. Oder dass der Weg gar nie gemeinsam war und man jetzt doch lieber abzweigt. Alleine. In die richtige Richtung. Natürlich würde er dann wissen wollen, warum. Und dann geriete man in Bredouille und wüsste nicht, was man sagen könnte, ohne den anderen vor den Kopf zu stossen. Klar würde es ihn vielleicht weiterbringen, wenn man die Wahrheit sagen könnte. Auch nur, wenn er reflektiert wäre. Aber mal ehrlich: Manche Dinge lassen sich auch gar nicht ändern. Und wer will schön hören, dass er langweilig ist? Und selbst wenn, wie könnte er das ändern? Wäre es überhaupt nötig? Ist es nicht vielmehr so, dass wir ihn vielleicht langweilig finden, jemand anders ihn aber total aufregend und erfrischend findet? Ich glaube schon.

Na gut. Ich gebe es zu: Um blöde Ausreden bin ich nicht verlegen, wenn es darum geht, jemanden abzuwimmeln, der mir auf den Geist geht. Und ich bin ein Profi darin, Bekanntschaften versanden zu lassen. Ich habe das lernen müssen, weil ich nicht der Typ bin, der andere gerne verletzt. Und da ich zudem auch definitiv nicht mit einem Diplomatie-Gen zur Welt gekommen bin und mich bis heute schwer mit Diplomatie tue (was ich, um ehrlich zu sein, sehr bedauere, denn ich wäre gerne diplomatisch), muss ich mich manchmal eben elegant aus der Schlinge ziehen.

Oder eben: Ausreden erfinden. Oder einfach etwas, was eigentlich stimmt, übertreiben. Arbeit und Stress sind oft sehr dankbar. Oder Arbeit, Stress und dann ab und zu auch noch ein beruflicher Event am Abend. Oder ihr erwähnt nebenbei irgendetwas, was per se abschreckend wirkt, wie: Sorry, nächstes Wochenende mache ich eine Fastenkur in was weiss ich, wo. Wir essen dann drei Tage lang nichts, meditieren und trinken ungesüssten, biologisch angebauten Fair-Trade-Grüntee. Oder: Freitag passt wunderbar. Dann bin ich total entspannt, weil ich den letzten Termin bei meinem Psychiater ergattert habe! Was auch immer gut wirkt, ist: Mein Ex-Freund feiert nächstes Wochenende Geburtstag – da bin ich dabei. Wir verstehen uns prima. Eigentlich zu gut. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich gar nicht mehr so genau, warum wir uns eigentlich getrennt haben. Dann müsstet ihr unbedingt nachdenklich werden und mit euren Augen oben links (oder war es rechts?) in die Luft schauen. Das zieht!

Das würde ich dann zwingend damit kombinieren, dass ich mich immer seltener melde, vergesse, seine Nachrichten zu beantworten, während ich aber ständig online bin und weiss, dass er das sehen kann. Oder immer nur kurz antworten. Oder so was, wie: Stress. Sorry. Melde mich, wenn es besser wird. Besser wird es dann eine Woche nicht, dann habt ihr die Nachricht vergessen und er hoffentlich auch.

Klar könnte man auch so was wie, du bist nicht mein Typ, sagen. Das habe ich auch schon ausprobiert. Aber es ist dann eben gut möglich, dass er sich weiterhin bemüht (kennen wir nicht alle solche Steh-auf-Männchen, die sich total in eine Frau verlieben und sich von fast nichts abschrecken lassen)? Darum denke ich, ist es empfehlenswerter, sich in seinen Augen unattraktiv zu machen, damit er glaubt, von selbst Distanz zu euch suchen zu wollen.

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