Der Reiz des Unbekannten: Wieso will man eigentlich immer das, was man nicht hat?

Manchmal ist man völlig eingefahren und will etwas unbedingt. Und es ist möglich, dass man das jahrelang will und darauf hinarbeitet, bis man es hat. Und wenn man es hat, ist man eine Zeit lang zufrieden (und vielleicht sogar glücklich), bis man etwas Neues entdeckt, was einen dann reizt und was man dann unbedingt haben will. Nur manchmal kann man nicht alles haben (eigentlich meistens) und dann kommt das Dilemma: Lässt man etwas sausen, was man sich so lange ersehnt und gewünscht hat, nur um etwas Neues zu haben, von dem man allerdings gar nicht weiss, ob es einem denn gefallen würde, wenn man es hätte? Oder besinnt man sich vernünftigerweise darauf, was man endlich erreicht hat und gibt sich damit zufrieden?

Ganz ehrlich: Manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich normal bin. Kaum denke ich, dass ich jetzt das habe, von dem ich mir immer ausgemalt habe, dass es mich unendlich glücklich machen würde, entdecke ich meist völlig zufällig etwas Anderes, was mich dann extrem reizt. Dann versinke ich in Gedanken und wäge ab, frage mich, ob ich denn das Neue wirklich will oder ob es der Reiz des Neuen ist (wobei es gar nichts daran ändert!), ob ich nicht einfach – wie jeder normale Mensch – einmal das schätzen kann, was ich habe. Und glücklich sein kann mit dem, was ich habe.

Es sind Dinge, über die wir nicht reden; Dinge, die wir mit uns selbst mit unseren Gedanken ausmachen. Wir können nicht darüber reden, weil wir uns nicht eingestehen können, dass etwas mit uns passiert. Wir können nicht darüber reden, weil wir das, was uns beschäftigt, gar nicht aussprechen können, weil es dann eine Art Verbindlichkeit hätte.

Es sind aber auch Dinge, die passieren, die uns beschäftigen, die uns hadern lassen – mit uns selbst und mit der Welt. Vielleicht erleben Menschen, die dazu tendieren, Neuem aus dem Weg zu gehen und Altbewährtes zu bevorzugen, es hegen und zu pflegen, weniger dazu, sich von Neuem blenden zu lassen. Vielleicht geht es diesen Menschen aber genauso und sie reden einfach nicht darüber. Genau wie ich. Niemand spricht darüber. Wir kratzen immer nur an der Oberfläche und ordnen die Dinge in unserem Innern meist alleine.

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