Ein Loblied auf die Arbeit. Oder: Warum wir Arbeit brauchen.

Ich habe viel und oft über schlechte Erfahrungen auf der Arbeit geschrieben. Ich habe, wie ihr vermutlich ahnt, auch viele schlechte Erfahrungen auf der Arbeit gemacht. Die prägendsten sind wohl miese Arbeitskollegen und Vorgesetzte, Neid und Missgunst sowie elende, gähnende Langeweile. Aber ich habe zum Glück nicht nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich war auch schon wirklich an genialen Arbeitsorten. Und ich möchte heute einmal ein Loblied auf tolle Arbeitgeber und Vorgesetzte singen – denn diese gibt es auch! Weiterlesen

Ich kündige. Wieso der Neid?

Seitdem es kein Geheimnis mehr ist, dass ich meine Stelle gekündigt habe, ernte ich viel Neid (oder Bewunderung?). Ich merke, wie die Menschen einerseits völlig schockiert sind, dass man kündigt, ohne eine neue Stelle in Aussicht zu haben. Aber ich merke anderseits auch, dass mich die allermeisten Menschen wirklich beneiden und sie sagen es mir auch so. Eine Stelle zu kündigen – eine Sicherheit aufzugeben –, ohne eine neue Stelle wenigstens in Aussicht zu haben, stellt ein Risiko dar. Und dieses Risiko gilt es zu nehmen. Ist das Leben nicht per se ein Risiko? So viele Entscheidungen treffen wir, warum also nicht auch diese? Diese wichtige? Weiterlesen

Frei sein. Leben ordnen. Widerspruch? (Kündigung)

Ich versuche, meine Gedanken zu ordnen. Du merkst, dass ich dir nicht zuhöre, obwohl ich mich redlich bemühe. Du fragst mich: Woran denkst du? Ich bin abwesend. Gedanklich. Körperlich bin ich hier. Und ich merke, dass es mich nicht interessiert, was hier läuft. Ich bin so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass es mich zu viel Anstrengung kostet, mich ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Zurück zu zwingen. Denn ich will eigentlich gar nicht hier sein. Ich will überall sonst sein, nur nicht hier. Und ich will alles andere machen, nur nicht das hier. Und ich will einfach frei sein. Ich lechze nach dieser unendlichen Freiheit, obwohl ich weiss, dass es sie nicht in einer Unendlichkeit gibt. Dass ich sie nie erreichen, nie haben werde. Und doch: Ein Stückchen Freiheit kann ich haben. Jetzt.

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Und was machst du so (beruflich)? Oder: Wie viel Lohn macht glücklich?

Immer die gleiche Frage. Immer die gleiche Leier. Immer werden wir nach unserem Beruf und Abschluss kategorisiert. Beurteilt. Interpretiert. Eingestuft, eigereiht, schubladisiert.

Was Menschen beruflich tun, scheint in unserer Gesellschaft viel über sie auszusagen. Es gibt wohl keine andere Kategorie, die mehr über Menschen aussagt als der Beruf oder die Tätigkeit oder der Abschluss. Je nach dem Gegenüber kann der eine oder andere Beruf oder Abschluss als gut (bewundernswert) oder schlecht (bemitleidenswert) interpretiert werden. Ich bin ja auch nicht anders. Auch ich habe „vorgefertigte“ Stereotypisierungen in meinem Kopf. Ich weiss genau, was ich generell über Lehrer, Ärzte, Anwälte, Parlamentarier, Künstler oder sonst wen denke. Und ich weiss genau, dass meine Stereotypisierung – zum Glück – oft von der Realität abweicht. Weiterlesen

Das ist doch nicht normal: Über Arbeitssklaven im 21. Jahrhundert.

Immer wieder stolpere ich über Sklaven des 21. Jahrhunderts. Ihr kennt die Spezies Mensch bestimmt auch: Sonntags noch schnell das erledigen, was unter der Woche liegen geblieben ist. Selbstverständlich unbezahlt. Zehn- oder Zwölfstundentage fünf Tage die Woche. Selbstverständlich unbezahlt. Schliesslich verfügt das moderne Unternehmen von heute über keine Stempeluhren. Alles inklusive. Erwartet wird eine bedingungs- und grenzenlose Hingabe, Einsatz, Initiative, Engagement. Schliesslich wird man dafür bezahlt. Verhältnismässig schlecht, aber immerhin hat man eine Arbeitsstelle und wenn man sich weigert, all die Extras zu leisten, ist man schneller weg als man glaubt. Unternehmen setzen ihre Mitarbeiter massiv unter Druck mit der Tatsache, dass sie – die Arbeitnehmer – jederzeit ersetzbar sind. Und das Tragische daran: Sie sind tatsächlich problemlos ersetzbar! Es findet sich immer ein Esel (sorry), der den Arbeitswahnsinn mitmacht. Einer wird es eben schon machen, weil irgendeiner auf den Lohn angewiesen ist. Weiterlesen