Wenn der Chef zu dir sagt: Du solltest jetzt nach Hause gehen.

Manchmal kommt es mir vor, als laufe mir die Zeit bei der Arbeit davon. Aber nicht nur bei der Arbeit: Auch sonst läuft die Zeit verdammt schnell – schneller als früher. Oder empfinde ich die Zeit anders? Bei der Arbeit merke ich das aber am krassesten. Mittags denke ich: Was, schon Mittag? Und heute Morgen, als die Kollegen zur Kaffeepause in meine Etage antrabten, dachte ich, sie würden einfach so kurz einen Kaffee holen. Dass es schon Zeit für die Kaffeepause war, war mir entgangen. Aber der Blick auf die Uhr klärte mich auf. Weiterlesen

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Racial Profiling – hautnah dabei

Wir wissen, dass es racial profiling gibt. Wir wissen alle auch, dass es angewendet wird, obwohl es im Grunde genommen rassistisch motiviert ist. Oder wie die Behörden sagen würden: Es beruht auf Erfahrungswerten. Nett ausgedrückt, oder? Nein, nicht einmal das ist nett ausgedrückt. Man kann racial profiling nicht schönreden. Ich weiss, dass Menschen, die nicht aussehen, als stammten ihre Vorfahren aus der Schweiz, häufiger Kontrollen unterzogen werden. Das wissen wir alle. Aber erst kürzlich bin ich Zeugin davon geworden. Weiterlesen

Über Menschen mit viel Geld – und was sie damit tun

Klar, im Vergleich zur Weltbevölkerung gehöre ich wohl zu den 10% Reichsten. Aber im Vergleich zur Mitbevölkerung in der Schweiz bin ich wohl irgendwo im (unteren) Mittelfeld anzusiedeln. Also ein gesunder Durchschnitt. Reden wir heute aber über die Reichen jenseits dieser Durchschnittsgrenze. Ich möchte euch gerne eine wahre Geschichte erzählen: Über den Umgang mit Geld. Mit viel Geld, um genau zu sein. Weiterlesen

Der Egoismus des Altruismus

Ich möchte euch über eine Erfahrung, die ich neulich gemacht habe, erzählen. Ich würde sagen, dass ich grundsätzlich ein hilfsbereiter Mensch bin. Das heisst nicht, dass ich die Probleme anderer Menschen lösen will oder kann, aber es heisst, dass mich die Dinge bewegen, dass mich Schicksale empathisch machen und ich mir dessen, was ich habe, durchaus bewusst bin. Ich bin mir meines Glückes bewusst, des Privilegs in meinem Leben – der Tatsache, dass ich hier geboren wurde und aufgewachsen bin, der Tatsache, dass mir die Bildung zu Füssen lag und ich sie aufgesaugt habe wie ein Schwamm, der Tatsache, dass ich, obwohl es so nicht stimmt, das Gefühl habe, mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen zu sein. Mir ist bewusst, wer ich bin und was ich bin, bin ich, weil ich in meinem Leben viele Privilegien hatte, die Menschen in anderen Ländern nicht haben: Ich wuchs relativ beschützt in einem friedlichen Land auf, in dem Bildung zur Selbstverständlichkeit gehört und kostenlos ist. Alles, was es braucht, ist ein bisschen Ehrgeiz und eine Portion Fleiss. Und ich hatte das grosse Glück, dass Menschen an mich geglaubt haben und an mich glauben, dass sie mich deshalb gefördert haben und fördern, dass ich – trotz einigen schwierigen Momenten in meinem Leben – ein gesundes Umfeld hatte. Weiterlesen

Man sollte immer verliebt sein. Das ist der Grund, warum man nie heiraten sollte. (Oscar Wilde, 1893)

Kürzlich stolperte ich lesend über das obige Zitat, welches ich mir für den Titel dieses Beitrags von Oscar Wilde – Gott habe ihn selig – ausgeliehen habe. Oscar Wilde habe ich schon einige Male in meinen Beiträgen erwähnt, denn ich finde seine Aussagen und seine Liebesbriefe höchst intelligent und zugleich ergreifend. Er versteht es perfekt, Nähe und Distanz zu verbinden und seine Texte haben eine Wirkung wie ein Wolkenmeer, wenn ich im Flugzeug sitze. Weiterlesen

Gab es ein Leben ohne Smartphone?

Neulich ging mein neues iPhone kaputt, nachdem ich es zwei Monate gebraucht hatte. So weit, einigermassen so gut. Ich brachte es zur Reparatur und erhielt ein Android oder wie die Dinger heissen: So ein schwarzes Wanna-be-a-smartphone. Die sehen doch alle gleich aus – alle nicht iPhones sehen meiner Meinung nach gleich aus. Ich war am Boden zerstört. Weiterlesen

Worüber wir nicht reden: Suizid.

Die Einleitung sollte ursprünglich so aussehen: Aus aktuellem Anlass habe ich mich entschieden, über das Thema Suizid zu schreiben. Dann dachte ich aber: Der Anlass ist nicht so aktuell. Das Thema ist zwar omnipräsent, aber mein persönlicher Anlass liegt schon eine ganze Weile zurück und jährt sich. Um genau zu sein heute – heute zum zwölften Mal. Und vielleicht ist er deshalb eben auch immer aktuell, weil er für mich eine bedeutende Rolle in meinem Leben spielt. Spielte. Und wahrscheinlich immer noch spielt. Denn er hat Narben hinterlassen. Weiterlesen