Warum nicht einmal nach Indien fliegen?

Um ehrlich zu sein, wollte ich nie nach Indien. Man hört ja so allerlei und warum sollte man in ein Land gehen, welches verschiedenen Risiken Rechnung trägt? Gut, vielleicht mag man das Kitzeln. Ich nicht. Indien stand also nie auf einer meiner Lebens-To-Do-Liste. Der Taj Mahal jedoch irgendwie schon. Nun hat es mich doch nach Indien verschlagen (weil es sich so ergeben hat und ich habe mich damit abgefunden: Dann geht’s diesmal halt nach Indien in die Ferien! Weiterlesen

Racial Profiling – hautnah dabei

Wir wissen, dass es racial profiling gibt. Wir wissen alle auch, dass es angewendet wird, obwohl es im Grunde genommen rassistisch motiviert ist. Oder wie die Behörden sagen würden: Es beruht auf Erfahrungswerten. Nett ausgedrückt, oder? Nein, nicht einmal das ist nett ausgedrückt. Man kann racial profiling nicht schönreden. Ich weiss, dass Menschen, die nicht aussehen, als stammten ihre Vorfahren aus der Schweiz, häufiger Kontrollen unterzogen werden. Das wissen wir alle. Aber erst kürzlich bin ich Zeugin davon geworden. Weiterlesen

Neulich: Eine Begegnung mit einem Gutmenschen par excellence

Neulich bin ich einem echten Gutmenschen begegnet. Man sieht es den Menschen gar nicht an, aber man merkt schnell: Das sind die, die sich unermüdlich für andere einsetzen, ohne dabei einen konkreten Gewinn für sich zu erzielen. Das sind die, die gegen Windmühlen kämpfen, die versuchen, jedem Hoffnungsschimmer etwas Positives abzugewinnen; die, die strampeln, bis aus der Milch Sahne geworden ist; die, die auch mal für andere ins eigene Portemonnaie greifen, weil es sonst keiner tun würde. Das sind die, die sich gerne auch mal unbeliebt machen bei anderen, weil sie sich für (wieder) andere einsetzen. Ohne Lohn, oft vermutlich auch ohne Dank. Einfach so. Einfach so Gutes tun. Altruismus par exellence. Weiterlesen

Hallo, ungerechtes Leben: Tod auf der Flucht.

Bisher wurde ich wohl häufiger mit der Ungerechtigkeit des Lebens konfrontiert als mit der Gerechtigkeit. Redet man mit Flüchtlingen, denkt man: Wir sind gleich alt – warum hatte ich dieses Glück und du dieses Pech? Automatisch stellt man sich die Frage, warum man selbst (bisher) vom Schicksal und vom Pech verschont wurde und andere nicht. Klar haben die meisten von uns das eine oder andere erlebt, was nicht wünschenswert ist. Und wir haben Dinge erlebt, die wir niemandem wünschen. Und doch lässt sich jedes Unglück potenzieren. Weiterlesen

DSI – NEIN am 28. Februar 2016: Ein Plädoyer

Seit Jahren nerven mich die Initiativen – die Ausschaffungsinitiative, die Minarett-Initiative, die Gegen-Masseneinwanderungsinitiative usw. Es gab da viele solcher Initiativen. Während die einen rein gar nichts mit der Realität zu tun haben (oder eigentlich alle) – also keineswegs in irgendeiner Weise nötig sind –, richten sich andere einfach nur gegen Ausländer. Die Kombination von gegen Ausländer/Asylsuchende sein oder abgeschwächt einfach nur gegen andere sein und einer hohen Liquidität der besagten Drahtzieher endet seit mehreren Jahren in einer Katastrophe. Weiterlesen

Hilfe, unsere Werte zerfallen! Oder: Clash of Religions und: Kann man heutzutage noch an Gott glauben?

Wir sind so weit: Aufgrund der – wenn man sie so nennen soll – Flüchtlingskrise werden Stimmen laut: „Unsere Werte zerfallen! Besinnen wir uns auf christliche Werte zurück!“ Die Gesellschaft sieht sich bedroht – bedroht in ihrer abendländischen Tradition, in ihren Werten, in ihrer Religion, in ihrer kompletten westlichen Kultur. Wir sehen den Islam auf uns zukommen und vergessen, dass das Menschen sind, die kommen. Wir sehen Flüchtlinge, die einen anderen Glauben haben und vergessen, dass es Menschen sind. Die Menschen hierzulande haben Angst vor den Fremden, vor dem Unbekannten; vor anderen Kulturkreisen und Religionen. Wir sehen „Probleme“ auf uns zukommen – aber die, die kommen, sind Menschen. Weiterlesen

Die Übergriffe auf Frauen in Köln – was ist wahr und was sollen wir davon halten?

Die Medien halten sich vorwiegend bedeckt. Es sei an Silvester zu Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof gekommen. Mutmasslich hätten gegen Tausend Männer die Kontrolle über sich verloren und die gute Erziehung zuhause vergessen. Mutmasslich handle es sich sogar um Immigranten. Mutmasslich sogar um Asylsuchende, vorwiegend aus dem Maghreb. Ich kann nichts mutmassen, ich war weder dabei noch kann ich alles glauben, was die Medien uns sagen. Noch kann ich mich gegen eine Gruppe von Menschen „aufhetzen“. Denn die Vorwürfe bleiben erstmal nur Vorwürfe. Weiterlesen

Um Syrien weinen…

Im Herbst 2013 verweilte ich einige Zeit in Amman, der Hauptstadt Jordaniens. Amman liegt knapp 100 km von der syrischen Grenze im Norden entfernt. Damals schon war der Krieg in vollem Gange – das ist nun zwei Jahre her. Die Flüchtlingscamps in Jordanien waren damals schon hoffnungslos überfüllt. Ich hätte mir gerne so ein Camp angeschaut, aber ohne Bewilligung kommt man dort nicht rein. Was hätte ich auch anschauen wollen? Die syrischen Flüchtlinge wie Tiere im Zoo bestaunen? Oder in verständnislose Kinderaugen schauen? Ich ging also nicht. Weiterlesen

„Refugees welcome“ oder: Warum mir Flüchtlinge keine Angst machen

Die Meldungen über Flüchtlinge nehmen nicht ab. Alle reden über Flüchtlinge und überall – insbesondere dort, wo man sie auch wirklich sieht. Hier, in meiner mittelgrossen schweizer Stadt, sehe ich sie zum Beispiel nirgendwo. Aber wenn man sich mal im Balkan umschaut, sieht man die Massen – sie campen an Bahnhöfen und warten oder hoffen auf ihre Weiterreise. Inspiriert von diversen Gesprächen, die ich in der letzten Zeit in meinem Umfeld geführt habe, und in denen ich irgendwie immer wieder den Standpunkt einnehmen muss, dass ich die Flüchtlinge – insbesondere die syrischen – in Schutz nehme, möchte ich euch gerne einmal ganz ehrlich erklären, weshalb man mich mit Angst nicht kaufen kann. Weiterlesen