Wenn der Chef zu dir sagt: Du solltest jetzt nach Hause gehen.

Manchmal kommt es mir vor, als laufe mir die Zeit bei der Arbeit davon. Aber nicht nur bei der Arbeit: Auch sonst läuft die Zeit verdammt schnell – schneller als früher. Oder empfinde ich die Zeit anders? Bei der Arbeit merke ich das aber am krassesten. Mittags denke ich: Was, schon Mittag? Und heute Morgen, als die Kollegen zur Kaffeepause in meine Etage antrabten, dachte ich, sie würden einfach so kurz einen Kaffee holen. Dass es schon Zeit für die Kaffeepause war, war mir entgangen. Aber der Blick auf die Uhr klärte mich auf. Weiterlesen

Manager, Führungskraft und Experte: Karrieren-Besessenheit eines Taugenichts

Manchmal habe ich das Gefühl, dass um mich herum alle irgendetwas oder jemanden führen, leiten, Vorgesetzte sind und auf der Überholspur Karriere machen. Geht es euch manchmal auch so? Schaut man sich mal bei den Networking-Portalen um, merkt man schnell: Jeder ist ein Chef – ein aufgeblasener kleiner oder auch ein bescheidener grosser, aber irgendwie ist heute praktisch jeder Chef. Jeder führt Mitarbeitergespräche, leitet Abteilungen oder ganze Firmen, jeder hat irgendwie irgendetwas zu sagen, zu entscheiden, trägt mehr oder weniger Verantwortung. Weiterlesen

It’s all about Sex – auch im Berufsleben

Sex sells: Ein Chef, der dir auf den Arsch schaut, wenn du dich umdrehst oder in dessen Kopf in eurem Vorstellungsgespräch schon ein Film abläuft; Kollegen, die dich anhimmeln oder anlächeln, als hätten sie noch nie eine Frau gesehen usw. Wir Frauen kennen diese Situationen und stehen meistens drüber. Das hier ist kein Text für Weicheier, keiner für Feministinnen, keiner über Belästigungen am Arbeitsplatz und ganz bestimmt keiner über die Leiden der emanzipierten Frau. Also: Nur weiterlesen, wenn ihr nicht ganz so zart besaitet seid. Weiterlesen

Das ist doch nicht normal: Über Arbeitssklaven im 21. Jahrhundert.

Immer wieder stolpere ich über Sklaven des 21. Jahrhunderts. Ihr kennt die Spezies Mensch bestimmt auch: Sonntags noch schnell das erledigen, was unter der Woche liegen geblieben ist. Selbstverständlich unbezahlt. Zehn- oder Zwölfstundentage fünf Tage die Woche. Selbstverständlich unbezahlt. Schliesslich verfügt das moderne Unternehmen von heute über keine Stempeluhren. Alles inklusive. Erwartet wird eine bedingungs- und grenzenlose Hingabe, Einsatz, Initiative, Engagement. Schliesslich wird man dafür bezahlt. Verhältnismässig schlecht, aber immerhin hat man eine Arbeitsstelle und wenn man sich weigert, all die Extras zu leisten, ist man schneller weg als man glaubt. Unternehmen setzen ihre Mitarbeiter massiv unter Druck mit der Tatsache, dass sie – die Arbeitnehmer – jederzeit ersetzbar sind. Und das Tragische daran: Sie sind tatsächlich problemlos ersetzbar! Es findet sich immer ein Esel (sorry), der den Arbeitswahnsinn mitmacht. Einer wird es eben schon machen, weil irgendeiner auf den Lohn angewiesen ist. Weiterlesen

Wer sagt uns eigentlich danke?

Im Allgemeinen sind wir stets bemüht, unsere Arbeit so gut wie möglich auszuführen. Wir sind bestrebt, die uns aufgetragenen Aufgaben mit viel Hingabe verantwortungsvoll und rechtzeitig zu erledigen, verbessern uns ständig, bilden uns weiter, erweitern unseren Horizont. Wenn es nötig ist, bleiben wir auch mal länger im Büro und nehmen in Kauf, dass wir spät nach Hause kommen. Wir vernachlässigen unser Privatleben und uns selbst, damit die Arbeit nicht auf der Strecke bleibt. Wir sind bemüht, immer freundlich und gut gelaunt zu sein, unsere Arbeit gewissenhaft und tadellos auszuführen, uns nicht zu beschweren – dankbar zu sein. Weiterlesen