Man sollte immer verliebt sein. Das ist der Grund, warum man nie heiraten sollte. (Oscar Wilde, 1893)

Kürzlich stolperte ich lesend über das obige Zitat, welches ich mir für den Titel dieses Beitrags von Oscar Wilde – Gott habe ihn selig – ausgeliehen habe. Oscar Wilde habe ich schon einige Male in meinen Beiträgen erwähnt, denn ich finde seine Aussagen und seine Liebesbriefe höchst intelligent und zugleich ergreifend. Er versteht es perfekt, Nähe und Distanz zu verbinden und seine Texte haben eine Wirkung wie ein Wolkenmeer, wenn ich im Flugzeug sitze. Weiterlesen

Darf man sich eigentlich fremd-verlieben?

Wahrscheinlich haben es die meisten von uns schon erlebt: Wir haben uns fremd-verliebt. Das heisst: Wir sind zwar vergeben, aber verlieben uns in einen anderen. Oder wir schwärmen für ihn. Oder stehen auf ihn. Er wirbelt den ganzen Staub auf, verschafft uns Schmetterlinge im Bauch und unsere Phantasie kann sich nur noch auf ein Wiedersehen mit ihm konzentrieren. Weiterlesen

Neulich: Ein Date mit 30+

Ich habe mich kürzlich wieder einmal aus meiner Höhle gewagt und mich mit einem Mann getroffen. Die Rahmenbedingungen (nenne ich das jetzt wirklich Rahmenbedingungen?) waren ziemlich einfach: Wir haben uns getroffen und so getan, als sei das kein Date. Wir verhielten uns so, als würden wir uns einfach nur treffen, weil wir ein platonisches Interesse aneinander hätten. Vielleicht sind wir in meinem Alter viel zu cool, um ein Treffen als Date zu bezeichnen. Aber ich mag die Bezeichnung Date. Ich würde auch gerne sagen, dass ich jemanden date, auch wenn der Duden dieses Verb noch nicht eingedeutscht hat. Aber wir wissen alle, was es bedeutet: Man verabredet sich mit jemandem, für den man Interesse hat. Jedenfalls waren wir verabredet, ohne das als Date zu bezeichnen. Weiterlesen

In allen Welten des Leides und der Lust bist du der Inbegriff meiner Bewunderung und Freude

„Ich liebe dich, ich liebe dich, mein Herz ist eine Rose, die unter deiner Liebe erblüht ist, mein Leben ist eine Wüste, die der köstliche Hauch deines Atmens kühlt, deren klare Brunnen deine Augen sind (…). Liebe mich immer, liebe mich immer. Du bist die höchste, die vollkommene Liebe meines Lebens, eine andere kann es nicht geben. (…) O süssester Knabe, geliebteste Liebe, meine Seele umfasst deine Seele, mein Leben ist dein Leben, und in allen Welten des Leides und der Lust bist du der Inbegriff meiner Bewunderung und Freunde.“ Weiterlesen

Das ewige Dilemma mit der Taube und dem Spatz

Ich begegne immer wieder diesem einen Dilemma. Es ist jenes mit der Taube und dem Spatz. Eigentlich kommt es vom Sprichwort: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Es gab schon so oft Situationen in meinem Leben, in denen ich mir die konkrete Frage stellen musste: Spatz oder Taube? Den sicheren Spatz oder die davonfliegende Taube? Sicherheit oder Risiko? Kribbeln? Weiterlesen

Neulich: Teenager-Sorgen (Liebeskummer)

Ich sehe diese junge Frau weinen und – tollpatschig, taktlos und übermässig einfühlsam, wie ich meistens bin – frage ich geradeheraus: Was ist los? (Wieso habe ich bloss immer das Gefühl, helfen zu müssen? Oder mich einmischen zu müssen? Oder meine Hilfe anbieten zu müssen?) Da ich den Teenager gerade in einer Phase unmöglichen Zusammenreissens erwische (ob mir das in diesem Moment eigentlich klar ist?), sagt die junge Frau (und bereut es im gleichen Moment wahrscheinlich wieder): Mein Fast-Freund ist mit seiner Ex ins Bett gegangen. Hoppla, denke ich. Und: Was hat dich geritten, dich in die Probleme anderer einzumischen, frage ich mich. Nun gut, jetzt bin ich drin – sozusagen beteiligt. Weiterlesen

Was du wohl sagen würdest?

Seitdem ich dich kennen gelernt hatte, war mir klar, dass ich mich nicht in dich verlieben durfte. Es ist und war aussichtslos. Gefühle für einen Mann zu haben, der nie meiner sein kann, ist verschwendeter Herzschmerz – ist nicht einmal schöner Herzschmerz, sondern eine Sackgasse. Man leidet nur. Natürlich ist manchmal auch Liebeskummer schön; weinen kann sehr befreiend sein. Aber in unserem Fall wären Gefühle völlig deplatziert. Das wussten wir beide von Anfang an. Ja, es war einmalig, es war ein Blitz, der einschlug, ohne dass wir uns rational oder emotional hätten wehren können. Aber wir konnten uns danach gegen unsere Begierde wehren, gegen unsere Gefühle. Wir konnten alles daran setzen, uns nicht nahe zu kommen (was wir auch in gewisser Weise taten und tun). Weiterlesen